Kritik an Bürgermeister wegen Ausrüstung

1140 Stunden im Einsatz: Meinharder Wehr zieht Bilanz

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Erhielten das Feuerwehrleistungsabzeichen: Zur Jahreshauptversammlung der Meinharder Freiwilligen Feuerwehr wurden die Kameraden ausgezeichnet.

Mit genau 11.460 Personalstunden engagierten sich die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren in Meinhard im vergangenen Jahr in den Bereichen Ausbildung auf Standortebene, Lehrgänge und Seminare sowie Einsätze und Brandschutzerziehung.

Auf ihrer Jahreshauptversammlung in Motzenrode stellte Gemeindebrandinspektor Björn Reichelt die Jahresbilanz vor. Zusammen haben die Wehren 145 aktive Einsatzkräfte, davon 42 Atemschutzgeräteträger, insgesamt aber sechs Männer und Frauen weniger als im Vorjahr. In der Jugendfeuerwehr gibt es 58 aktive Jugendliche und in der Kinderfeuerwehr 55 Mädchen und Jungen, die spielerisch zu Nachwuchskräften ausgebildet werden.

62 Lehrgänge und Seminare

Gemeinsam wurden von den Wehren 62 Lehrgänge und Seminare besucht. Acht Mal mussten die Kameraden zum Brandeinsatz ausrücken, sie leisteten 26 Hilfeeinsätze und 20 Brandsicherungsdienste, insgesamt 1140 Einsatzstunden. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihnen mehrere Unwettereinsätze, in denen sie in Schwebda gegen Überschwemmung und vollgelaufene Keller kämpfen mussten, ein Verkehrsunfall, bei dem beide Fahrer schwer verletzt gerettet werden konnten und ein Flächenbrand auf einem Getreidefeld oberhalb von Motzenrode, das während der Trockenheit in Brand geraten war. Hier konnten die Wehren verhindern, dass sich der Brand ausbreitete. Da gehörte eine Schlange, die in einem Wohnzimmer gefangen wurde, zu den eher harmloseren Einsätzen.

Kritik an Beschaffung von Kleidung und Ausrüstung

Stolz präsentierte er den nagelneuen Einsatzleiterwagen ELW1, der sich mit seiner Ausstattung auf dem neuesten Stand der Technik befindet.

In einem anderen Bereich machten die Brandschützer allerdings ihrem Unmut Luft, der sich über einen längeren Zeitraum angestaut hatte. Es ging um die Beschaffung von Kleidung und Ausrüstung für die Einsatzkräfte durch die Gemeinde. „Hier ist ein Defizit festzustellen“, sagte Reichelt. Bestellprozesse dauerten zu lange, und die Kommunikation darüber habe teilweise ganz gefehlt. „Hier wünschen wir uns einen respektvolleren Umgang und einen besseren Informationsaustausch.“ Dafür gab es lauten und lang anhaltenden Applaus aus den Reihen der Kameraden. Thomas Eisenträger, stellvertretender Kreisbrandinspektor, machte deutlich: „Schutzkleidung sollte kein Diskussionsthema sein. Ohne eine entsprechende Ausrüstung können wir die Fahrzeuge nicht besetzen.“

Besserung versprochen 

Bürgermeister Gerhold Brill stellte sich der Kritik, benannte die finanziellen Herausforderungen und versprach Verbesserung für die Zukunft. Für 2019 habe die Gemeinde 1,1 Millionen Euro für Ausrüstung in die Hand genommen. In 2020 müssten 2,5 Millionen Euro gestemmt werden, auch für einen Neubau der Feuerwehr in Schwebda und zwei weitere Fahrzeuge, und das bei einem Investitionsstau der Gemeinde von 1,5 Millionen Euro im Straßenbau sowie 4,5 Millionen für den Kindergarten. „Ich werde nicht vergessen, dass mir die Feuerwehr zur Seite gestanden hat, als die Gemeinde sparen musste“, sagte Brill und versprach: „Wir werden alles beschaffen, was an Ausrüstung nötig ist.“

Kampagne zur Werbung aktiver Mitglieder

Gute Nachrichten hatte Hans-Heinz Staude, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Mit der Kampagne zur Werbung aktiver Mitglieder sei es im Kreis erstmals gelungen, den Rückgang aufzuhalten. Deshalb soll die Kampagne weitergehen. Außerdem sei der Verbleib der Tunnelleitzentrale in Eschwege bis 2034 gesichert worden.

Hessisches Brandschutzehrenzeichen am Bande: 

Gold: Roland Becker (Motzenrode), Jörg Böttner (Grebendorf), Norbert Weske (Hitzelrode). Silber: Kai Bokel (Schwebda), Björn Reichelt (Jestädt). Hessisches Feuerwehr-Leistungsabzeichen: Gold: Kevin Wickenträger (Grebendorf), Sascha Schweitzer (Hitzelrode), Christoph Jost (Jestädt), Florian Laubach (Schwebda), Lisa Pippert (Jestädt), Marcel Kluge (Grebendorf). Silber: Lucas Zeuch (Jestädt), Mario Siegel (Schwebda). Bronze: Kai Bokel (Schwebda), Johannes Schäfer (Schwebda). Eisen: Florian Beck (Schwebda), Gero Kurt Gimbel (Frieda), Rolf Scharfe (Grebendorf), Emilia von Ehr (Hitzelrode), Leopold von Ehr (Hitzelrode), Jannis Görlinger (Jestädt) und Noah Schmidt (Jestädt). 

Beförderungen: 

Michael Pack (Feuerwehrmannanwärter), Niklas Brill (Oberfeuerwehrmann), Boris Hiebenthal (Hauptfeuerwehrmann), Florian Laubach (Löschmeister), Niklas Manegold und Kevin Wickenträger (Oberlöschmeister), David Schäfer (Hauptlöschmeister), Mario Kellner (Brandmeister), Patrick Möller und Mario Siegel (Oberbrandmeister) und Benjamin Jahn zum Hauptbrandmeister.

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