Stadtjubiläum: 12 500 feierten Wanfried

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Der Dampftraktor tuckert unermüdlich durch die Gassen des Festgeländes im Herzen der Stadt Wanfried. Mitfahren dürfen vorallem die kleinen Gäste, um ihre müden Füße für einen Augenblick zu schonen.

Wanfried. Die 1200-Jahr-Feier in Wanfried war ein voller Erfolg: 12 500 kamen am Samstag und Sonntag zur Jubiläumsparty. „Das ist wirklich ein Bomben-Ergebnis“, sagt Wilhelm Gebhard im höchsten Maß zufrieden. „Wir haben von allen Besuchern auch nur lobende Worte gehört.“ Damit war die größte Sorge von Bürgermeister Wilhelm Gebhard sowie Otto Frank vom Festausschuss, dass zu dem ehrgeizig organisierten Stadtfest nicht genug Gäste kommen könnten, völlig unbegründet.

Von der Marktstaße bis zum Hafen und vom Hafen bis zum Schloss waren sämtliche Straßen in der Innenstadt zur Fußgängerzone erklärt, in der sich Gewandete aus allen Epochen tummelten, um gemeinsam auf die Reise durch die Zeit zu gehen. Vornehme Damen in langen Kleidern aus dem 19. Jahrhundert und Herren in Gehrock und Zylinder flanierten am Lager der Ritter vorbei. Frauen in den schwingenden Röcken der Vierziger sahen den Landsknechten beim Laden der Kanonen zu. Und dann erscholl ein Warnruf vom Landsknechtslager über die Werra. Die Kanone wurde abgefeuert. Der Knall war so enorm, dass noch an der Kirche die Wände wackelten.

Auf dem Kirchhof stand Gästeführer Holger Döring an der Druckerpresse, einem Nachbau der Gutenbergpresse von 1684 und druckte von Hand Erinnerungsurkunden für den Stadt- und auch den Kirchengeburtstag. Denn auch diese feierte 125 Jahre. Die Gruppen und Vereine aus Wanfried und den Stadtteilen zeigten zusammen mit den Schaustellern der Agentur Sündefrei an fast 40 Ständen Geschichte zum Anfassen.

Und während im großen Topf der Männer aus Aue gefüllte Schweinemägen kochten - rund 60 Stück hatten sie vorbereitet, die weggingen wie nichts - buken die Frauen aus Völkershausen Pfannkuchen auf heißen Steinen.

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Laut wurde es auf der Bühne am Schloss, wann immer die Jungs von Zumpfkopule die Sackpfeife anwarfen und dazu auf der Fiedel spielten. Dann schauten die Vögel der Falknerei zwar etwas verschreckt, doch das Publikum hatte seinen Spaß.

Von Kristin Weber

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