Deutlich mehr Helfer

5500 Kröten vor dem Tod gerettet: Naturschützer haben in diesem Jahr so viele Tiere wie noch nie eingesammelt

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Eine von Tausenden: Diese Erdkröte passiert in einer regennassen Nacht im Februar die Kreisstraße zwischen Grebendorf und Jestädt. 

Mehr als 5500 Erdkröten, 200 Teichmolche und zirka 40 Frösche haben Naturschützer in diesem Frühjahr gerettet.

Wegen des frühen warmen Wetters und mindestens zwei Nächten, in denen es durchgeregnet hat, gab das zeitige Frühjahr „Superwanderwetter“ für die Amphibien her, so die Grebendorfer Aktivistin Heike Matthies vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „So viele Tiere hatten wir noch nie.“

Deutlich mehr Helfer

Darüber sind die Naturschützer besonders froh. „Wir hatten die Befürchtung, dass wegen der starken Trockenheit in den vergangenen Jahren die Populationen zurückgegangen sind“, sagt Heike Matthies, aber man habe in diesem Jahr auch deutlich mehr Helfer gehabt.

Besonders zahlreich waren Kröten, aber auch viele Molche und verschiedene Froscharten an der Landstraße zwischen Wanfried und Aue unterwegs zu ihren Laichplätzen. „Hier war buchstäblich die Hölle los“, berichtet Heike Matthies, die so manche Nacht mit anderen Naturschützern dort die Tiere in Eimer von der Fahrbahn sammelte und auf die andere Seite trug.

Geschwindigkeitsbegrenzung und Warnleuchten

Hier hatte Hessen Mobil die Naturschützer unterstützt mit temporären Schildern zur Geschwindigkeitsbegrenzung und Warnleuchten. „Dadurch hatten wir etwas Schutz beim Sammeln.“ Auf dieser Strecke sind auch an einem mobilen Zaun 31 Eimer in den Boden eingelassen, in die die Kröten eigentlich auf ihrer Wanderung fallen sollten. Einige taten das auch, aber die meisten wollten ab Zaunende Richtung Wanfried – vor allem rund um die Auesche Kugel waren sie zahlreich unterwegs. Dieser Abschnitt ist bisher ungesichert. „Allein auf einem Feldweg vor der Aueschen Kugel kamen uns an einem Abend um die 200 Kröten entgegengelaufen“, erzählt die Naturschützerin.

An der K3 zwischen Grebendorf und Jestädt wurde in nassen und warmen Nächten ab Ende Februar die Straße abgesperrt, damit die Kröten gefahrlos passieren konnten. „Wir sind sicher, dass viele Hundert Erdkröten unbeschadet den Meinhard-See erreicht haben“, sagt Heike Matthies. Als hier bereits Ende Februar die Krötenwanderung begann, hatten die Naturschützer auch dort um die 200 Tiere transportiert, viele waren allerdings auch schon plattgefahren. Die Sperrung der Kreisstraße fand ab dann in täglicher Absprache mit Bürgermeister Gerhold Brill statt. „Mitarbeiter des Bauhofes haben abends die Sperren errichtet und morgens wieder abgebaut. Jeweils eine Stunde Arbeit“, weiß Andreas Heine. „Das hat super geklappt und wir hoffen, dass es in den nächsten Jahren so weitergehen kann“, dankt Matthies der Gemeinde Meinhard.

Wanderzeit nun vorüber

Die Naturschützer zählen die wandernden Kröten und die anderen Amphibien: „Die Behörden möchten, dass wir zählen und kartieren, damit Maßnahmen zu deren Schutz besser geplant werden können,“ sagt Matthies.

Obwohl in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch voriger Woche überraschend noch mal eine Welle nachzügelnder Krötendamen auftauchte und zu Laichplätzen hopste, ist die Wanderzeit jetzt definitiv vorüber.

Wer aber Interesse und Freude daran hat, im kommenden Frühjahr beim Kröten- und Amphibientransport mitzuhelfen, ist bei den Aktivisten herzlich willkommen. Er kann sich schon jetzt mit dem Wunsch der Teilnahme an die Mailadresse der Werra-Rundschau wenden. redaktion@werra-rundschau.de

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