Im Bürgerhaus Grebendorf gibt es Ärger um die alte Küche

Machen so viel es geht selbst: Das Pächterehepaar Antje und Ralf Thriene muss bis zum 15. April die Küche modernisieren und benötigt dafür Spenden. Ortsvorsteher Willi Jakal (vorne) hat dafür ein Spendenkonto eingerichtet. Für die Neugestaltung der Theke hat die Klosterbrauerei Eschwege Unterstützung zugesagt. Foto: Rissmann

Grebendorf. Viel Zeit bleibt nicht für das Pächterehepaar Ralf und Antje Thriene im Bürgerhaus Grebendorf: Das Gesundheitsamt hat die alte Küche in ihrer dort angesiedelten Gaststätte Zum Sandhasen bemängelt und eine Frist bis zum 15. April gesetzt, die Küche zu erneuern.

Das Problem: Die Gemeinde Meinhard steht unter dem Schutzschirm und hat keine finanziellen Ressourcen, um eine neue Küche zu kaufen.

Das wird bemängelt 

Das Gesundheitsamt bemängelt bereits seit 2004, dass die Holz-Küche im Bürgerhaus nicht für einen gastronomischen Betrieb geeignet ist. „Die Holzschränke waren von der in der Gastronomie notwendigen intensiven Reinigung aufgequollen“, erklärt Pächter Ralf Thriene, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Antje seit 14 Jahren das Bürgerhaus Grebendorf bewirtschaftet. Als das Bürgerhaus Anfang der 1980er-Jahre gebaut wurde, sei keine Gastronomie eingeplant gewesen. „Damit sich die Vereine mal etwas warm machen konnten, dafür war die Küche geeignet“, sagt Ralf Thriene. Er fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen, denn der Mangel sei schon seit Jahren bekannt. „Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als alles selbst zu machen, oder zu schließen“, sagt Thriene. Letzteres komme aber nicht in Frage.

Das passiert jetzt 

„Wir bleiben geöffnet“, sagen Ralf und Antje Thriene, die mit dem Geschäft im Bürgerhaus sehr zufrieden sind. Das Pächterpaar hat bereits angefangen, die Auflagen des Gesundheitsamtes zu erfüllen. „Den Grundstock für die neue Kücheneinrichtung haben wir schon angeschafft, aber es fehlt noch einiges – vor allem die technischen Geräte“, sagt Ralf Thriene. Durch seine Eigenleistung könne viel gespart werden, doch etwa 20 000 Euro würden benötigt. Ortsvorsteher Willi Jakal hat deshalb bei der Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet.

„Das Geld ist zweckgebunden für die Küche im Bürgerhaus“, sagt Jakal. Hier ginge es nicht um eine private Spende an Familie Thriene, sondern um die Küchensanierung im Bürgerhaus – einem öffentlichen Gebäude, dass lediglich an Thrienes verpachtet wurde. „Wenn die Pächter einmal gehen, dann bleibt die Küche der Gemeinde erhalten“, betont Jakal.

Das sagt die Gemeinde 

„Es tut mir wirklich sehr leid, aber die Küche im Bürgerhaus ist eine freiwillige Leistung und das ist derzeit im Haushalt nicht möglich“, sagt Bürgermeister Gerhold Brill. Er hat dem Pächterpaar Thriene aber jede erdenkliche Hilfe angeboten: „Die Gaststätte ist sehr wichtig für Grebendorf.“ Deshalb seien im vergangenem Jahr 25 000 Euro für die Küche im Haushaltsansatz eingeplant gewesen, allerdings sei es wegen der Haushaltssperre nicht möglich gewesen. „Wir versuchen nun Fördermittel zu beantragen und werden die Küche auch im Haushalt wieder berücksichtigen, aber vor Ende des Jahres können wir Familie Thriene nicht behilflich sein“, betont Brill. Doch glücklicherweise habe die Klosterbrauerei Eschwege zugesagt, den Bau einer neuen Theke im Gasthaus zu unterstützen.

Die Küche im Bürgerhaus gehöre genauso wie der Kindergarten in Schwebda oder der Bauhof der Gemeinde zum Problem des großen Investitionsstaus in der Gemeinde. „Hier wurde in den vergangenen Jahrzehnten viel vor sich hergeschoben“, sagt Brill.

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