Zwischen Land und Wasser 

Die Amphibienwanderung startet in den kommenden Tagen 

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Beginnt wieder: die Amphibienwanderung. 

Werra-Meißner - In den kommenden Tagen beginnen sie wieder: die Amphibienwanderungen. Auf dem Weg vom Winterquartier zum Laichgewässer sind die Tiere einigen Gefahren ausgesetzt, weshalb sie Unterstützung von den Menschen benötigen.

Eine von zahlreichen Amphibienschützern ist Heike Matthies aus Grebendorf. „Wären wir nicht vor Ort, würden die Tiere in Massen von den Autofahrern überfahren werden“, meint das Mitglied der Amphibienschutzgruppe Meinhard und Umgebung. Ihr Einsatzgebiet ist unter anderem die Kreisstraße zwischen Jestädt und Grebendorf – dort, wo jetzt fest eingebaute Schrankenanlagen aufgestellt wurden.

Neuanschaffung: So sehen die Schrankenanlagen zwischen Jestädt und Grebendorf aus. Derzeit sind sie aber noch nicht in Betrieb. Foto: Michelle Funk

Damit die Amphibien, zum größten Teil Erdkröten, vom Wald sicher über die Straße zu den Teichen gelangen, investierte die Schutzgruppe viel Zeit und sammelte bis spätabends Tiere von der Fahrbahn auf. Stress, weil Verkehrsteilnehmer die Sperrung aufgrund der Wanderung nicht akzeptierten, gab es oft.

„Ich kann mich noch sehr gut an einen Autofahrer erinnern, der mit seinen Kindern unterwegs war und plötzlich anhielt. Er kurbelte das Fenster runter und schrie mich mit hochrotem Kopf an, weil er nicht einsah, die Umleitung zu benutzen. Leider kein seltener Fall“, erzählt Matthies. Trotz der zahlreichen Verkehrsteilnehmer, die kein Verständnis für den Schutz der Amphibien haben, ließen sich die Schützer nicht unterkriegen. „Es gibt viele Gründe, weshalb ich die Tiere vor dem Tod bewahren möchte. Einer ist, dass ich nicht möchte, dass meine Nachkommen in einer Welt ohne Natur leben müssen“, sagt die Grebendorferin.

Heike MatthiesAmphibienschützerin

Dankbar ist Heike Matthies und ihr Team für die Hilfe des Meinharder Bürgermeisters Gerhold Brill. „Herr Brill wird uns in diesem Jahr Mitarbeiter des Bauhofs zur Verfügung stellen, die, bevor die Wanderung losgeht, Barrieren vor den Schrankenanlagen aufbauen werden“, berichtet Matthies. Wann es nun tatsächlich mit den Amphibienwanderungen an der Kreisstraße zwischen Grebendorf und Jestädt losgeht, ist noch ungewiss.

„Möglicherweise könnte bereits Sonntagabend der erste Schwung über die Fahrbahn laufen.“ In den vergangenen Jahren sei es immer ungefähr Mitte März losgegangen. Zu verstehen geben möchte Heike Matthies noch, dass die Straße dann nicht durchgehend gesperrt sein wird: „Nur dann, wenn ein größeres Aufkommen erwartet wird.“ Ein großer Wunsch von ihr ist es, dass die Verkehrsteilnehmer Verständnis für die Sperrungen haben und guten Gewissens Rücksicht auf die kleinen Lebewesen nehmen. 

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