Zurück in den Alltag

Analyse: Parteien sehen Meinhards Wahlergebnis pragmatisch

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Wieder entspannt: Gerhold Brill nach seinem Wahlsieg am Sonntag ins Rathaus, wo ihm Landrat Stefan Reuß gratuliert. Ab Donnerstag begibt sich Brill für drei Tage in Klausur auf eine einsame, öde Nordseeinsel.

Gerhold Brill (64) bleibt Bürgermeister der Gemeinde Meinhard. Der Amtsinhaber erreichte mit 56,7 Prozent im ersten Durchgang die notwendige Mehrheit. Nach dem Wahltag folgt nun die Analyse der Parteien. 

Den ersten Tag nach seinem Sieg bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag hat Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill erst mal damit zugebracht, die Überreste der Wahlparty im DGH von Jestädt aufzuräumen. Am gestrigen Abend ging für ihn dann der Bürgermeister-Alltag weiter – mit einer Sitzung des Gemeindevorstandes, wo Brill unter anderem die Räume der neuen Krippengruppe im Schloss Jestädt zeigen will. „Trotzdem, das war ein schöner Tag gestern“, sagte Brill, der mit einem Sieg im ersten Wahlgang nicht gerechnet hatte. Brill hatte 57 Prozent der Wählerstimmen erhalten.

Die Enttäuschten

Zur Tagesordnung müssen auch Brills beide Mitbewerber wieder übergehen. Guido Hasecke sagte, dass das Ergebnis „schon sehr enttäuschend“ war. „Ich hätte mich mehr geärgert, wenn ich nicht angetreten wäre“, sagte Hasecke am Montag. Er hatte nur knapp 21 Prozent auf sich vereinen können.

Er sei traurig, aber für Meinhard, dass die Wähler sich gegen einen Wechsel im Rathaus ausgesprochen haben.

Doch das schlechte Abschneiden werde ihn nicht davon abhalten, kommunalpolitisch weiter aktiv zu bleiben. „Das habe ich auch im Vorfeld immer gesagt.“ Bisher sei er aus jeder Niederlage gestärkt rausgegangen.

Die CDU, die Hasecke unterstützt hatte, packt es pragmatisch an. „Heute beginnt wieder die Realpolitik“, sagte CDU-Fraktionschef Karsten Degenhardt. „Wir haben einen Kandidaten unterstützt, damit die Wähler die Wahl haben.“

Die Zufriedenen

Richtig zufrieden ist die ÜWG Meinhard, die Gerhold Brill auch offiziell im Wahlkampf unterstützt hatte. „Die Meinharder haben die richtige Entscheidung getroffen“, sagte ÜWG-Fraktionschef Rolf Eyrich, der nun für seine Partei auch mit weiterem Zulauf rechnet. Dass die ÜWG Gerhold Brill in den vergangenen Jahren bei einigen wichtigen Themen wie 2017 der Schaffung zusätzlicher Krippenplätze oder Ende vergangenen Jahres beim Ankauf des Südflügels die Gefolgschaft versagt hat, begründet Eyrich so: „Wir sind ja keine Parteisoldaten und sind eben auch manchmal anderer Meinung als der Bürgermeister.“

Die Erwartungen

Freude, dass der politische Neuling Michael Pack aus Schwebda aus dem Stand auf Platz zwei bei der Wahl gelandet ist (22,6 Prozent), äußerte SPD-Fraktionschef Matthias Mengel.

„Das ist für ihn ein klarer Ansporn, weiterzumachen und jetzt hat er Zeit, kommunalpolitische Erfahrungen zu sammeln“, sagte Mengel. Aber auch Gerhold Brill müsse jetzt liefern.

Denn trotz umfangreicher Entschuldungen durch das Land sei es nicht nachvollziehbar, warum die Kommune einen derart großen Investitionsstau in Höhe von drei Millionen Euro vor sich herschiebe. Er wirft Brill mangelde Transparenz vor.

Parteikollege und SPD-Ortsverbandsvorsitzender Karl Jeanrond zeigte sich zufrieden: „Es ist schwer, gegen einen amtierenden Bürgermeister nach dessen ersten Wahlperiode zu gewinnen. Ähnlich sieht es auch die FDP: „Brill hatte den Bürgermeisterbonus“, sagte Fraktionschef Helmut Wagner.

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