Betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze gegen demografischen Wandel und Fachkräftemangel

Mit Arbeit Zukunft schaffen

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Gelungenes Beispiel für einen betriebsintegrierten Beschäftigungsplatz: Uwe Schick arbeitet bei der Firma Fey an der Drehbank.

Grebendorf. Zum Informationsabend „Zukunft: Arbeit!“ luden die Werraland-Werkstätten gemeinsam mit den Vereinen Aufwind und Lichtenau am Montag ins Hotel Kochsberg, um Unternehmer aus dem Kreis für die Integration behinderter Menschen in ihre Betriebe zu gewinnen.

„Wir sind mit viel Herzblut bei der Arbeit und haben uns das hohe Ziel gesteckt, bis 2020 etwa 100 betriebsintegrierte Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen“, sagte Gerd Hoßbach in seiner Eröffnungsrede den anwesenden Unternehmensvertretern.

Hoßbach erläuterte kurz den Text der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Diese fordert unter dem Stichwort Inklusion, Behinderten die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, und damit auch an Arbeit, zu ermöglichen. Als Beispiel hatte der Vorsitzende der Werraland-Werkstätten Besuch aus Fulda eingeladen. Dort werden seit 1999 Behinderte im Rahmen des Projektes Perspektiva in sozialversicherungspflichtige Stellen vermittelt. „Zu uns kommen Menschen, die arbeiten wollen, aufgrund ihrer Behinderung aber nicht so recht können“, sagt Perspektiva-Geschäftsführer Michael Becker. In dieser Zeit habe das Projekt bereits rund 80 junge Menschen an Arbeitgeber vermitteln können, weitere 80 seien auf dem Weg in die Beschäftigung, informierte Becker. Angelika Prinzhorn von der Papierfabrik Jass in Fulda erinnerte die Anwesenden an ihre unternehmerische Verantwortung.

„Ich habe über das Anliegen von Perspektiva nachgedacht und kam zu dem Ergebnis, dass es bei knapp 500 Mitarbeitern möglich sein muss, einen Arbeitsplatz für einen behinderten Menschen zu schaffen. Schließlich wirkt sich das auch volkswirtschaftlich positiv aus, wenn ein Mensch selbst Geld verdient, anstatt vom Staat unterstützt zu werden“, sagt die Unternehmerin. Prinzhorn berichtete weiter, dass außer dem volkswirtschaftlichen Aspekt noch weitere positive Effekte zu beobachten seien. Zum einen erhielte der junge Mensch neues Selbstbewusstsein mit seiner Stelle und zum anderen erzeugten behinderte Arbeitskräfte ein positives Klima von Akzeptanz und Fürsorge in den Betrieben.

Anfängliche Zweifel bei der Belegschaft verflögen dagegen meist recht schnell. Die Inklusion sei durchaus in der Lage, Probleme wie Fachkräftemangel und demografischem Wandel zu begegnen, wenn man Facharbeiter durch entsprechende Helfer entlaste, gab Andreas Langner von den Werraland-Werkstätten zu bedenken.

Von Wolfram Skupio

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