Neues Kunstprojekt

Verein Seelenhaus lädt zu Kunst und Picknick am See ein

Land Art: Ines Ritter modelliert eine Spirale mit verschiedenen im Wald vorgefundenen Materialien.
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Land Art: Ines Ritter modelliert eine Spirale mit verschiedenen im Wald vorgefundenen Materialien.

Ein buntes bemaltes Hinweisschild, gleich gegenüber dem Bolzplatz in Richtung Freizeitzentrum in Grebendorf, weist Besuchern und Künstlern den Weg zwischen Maisfeldern zum Anglersee und zur „Kunst am See“.

Grebendorf – Die Projektleiterinnen Chantal Wiechern und Katharina Fabricius sind voller Begeisterung für das neue in den Sommerferien geborene Projekt des Seelenhaus-Vereins. Bedingt durch die Coronapandemie und den Auszug aus dem alten Domizil der Künstler an der Eschweger Gebrüderstraße wurde die Idee entwickelt, draußen in der Natur Künstlern die Möglichkeit zu bieten, sich gestalterisch auszuleben und miteinander auszutauschen. Die Grebendorfer Teichgemeinschaft stellte See und angrenzende Park- und Grünflächen für das Kunstprojekt für vier Wochen zur Verfügung.

So schaffen und gestalten seit dem 10. August Künstler direkt vor Ort, lassen sich von der traumhaften Kulisse inspirieren oder schaffen mit vorgefundenen Naturmaterialien künstlerische Objekte in Land Art-Manier eines Andy Goldsworthy.

Möbelkunst

Tanja Wild, die sich der ökologischen Möbelkunst verschrieben hat, sammelt Fallobst auf und arrangiert es auf einem alten Gartenstuhl. Täglich schreitet die Reifung des Obstes voran bis zum totalen Verfall, verändert so mit der fortschreitenden Zeit und wechselhaften Witterung Farbe, Beschaffenheit und Geruch.

Verbindungen

Im kleinen Wäldchen machen Ines Ritter und Ina Burtchen gemeinsam durch zarte Holzschnitzellinien oberirdisch auf dem Boden die unterirdischen Verbindungen der Weißdornbäume sichtbar. Ihr Anliegen ist es, die Verbindung zur Natur sichtbar zu machen.

Bäume und Hirsche

Manche Baumstämme zeigen ihren wahren Charakter, der in Gesichtern von Ines Ritter und Anna Haase ausdrucksstark aufgearbeitet wurde. Chantal Wiecherns Hirsch wächst aus einem Reisiggestrüpp heraus. Ein ganz zarter Kokon aus feinstem Garn von Katharina Fabricius zwischen Stämmchen gesponnen, lädt zum Hineinschlüpfen ein.

Urviecher

Am Seeufer schauen Stella Orlowskis Urviecher mit ihren echt wirkenden Augen aus Lauschaer Glas die Besucher ganz genau an. Glaskünstlerin Orlowski erweckt mit diesen Glasaugen ihre auf Kreta gesammelten Schwemmholzgestalten zum Leben. Die Verbindung von Natur und Kunst ist auch ihr ganz wichtig.

Es wird auch am See musiziert. Nausika (Mitte) lauscht gebannt dem gemeinsamen Spiel von Leonas Wiechern und Dete auf der Steeldrum.

Magische Augen

Die bunten Magischen Augen, die Leonas und Chantal Wiechern ganz gleichmäßig gewickelt haben, wippen in den Bäumen im lauen Wind. Dazu passen die südländischen Klänge einer Steeldrum, auf der Leonas und Dete sich gerade versuchen. „Es ist wirklich ein traumhaftes Gelände hier am See“, schwärmt Wiechern und meint damit nicht nur die künstlerische Schaffenskraft, sondern auch die damit verbundene Geselligkeit in der freien Natur.

Bauwagen

Der aus Bad Langensalza stammende Sprayer Siko sprüht Schicht um Schicht in fein abgestimmten Farbnuancen ein flächendeckendes naturalistisches Bild eines Eisvogels auf einen Bauwagen. Sein selbst entworfenes Kunstwerk ist noch in Arbeit, so viele andere Kunstwerke auch. Work in Progress.

Ausstellung und Markt

Am 3. September soll zur Vernissage alles fertig sein. Bis dahin können aber auch noch weitere Kunstwerke eingereicht oder direkt am See gefertigt werden. „Jeder ist ein Künstler“, war das Motto der ersten Ausstellung im Seelenhaus I an der Eschweger Netergasse und so soll es auch bleiben. Jeder kann etwas machen“, postuliert Chantal Wiechern ganz im Sinne Josef Beuys’. Die Ausstellung aller Kunstwerke am See ist vom 4. bis 6. September von 11 bis 22 Uhr zu sehen. Am Samstag, 5. September findet dort sogar von 13 bis 18 Uhr ein Künstlermarkt statt.

Hygiene- und Abstandsregeln sind selbstverständlich obligatorisch. Da alle ganz bewusst auf die Vermeidung von Müll achten, sollten Besucher und Künstler eigenes Geschirr und Verpflegung mitbringen und auch wieder mit nach Hause nehmen. Für Getränke ist allerdings gesorgt. Parkplätze befinden sich am Bolzplatz, wo auch die Toiletten von der Gemeinde Grebendorf zur Verfügung gestellt werden. Der Eintritt ist frei, Spenden für das Seelenhaus sind willkommen.

Magische Augen von Leonas und Chantal Wiechern hängen an den Bäumen am Seeufer.

Kreativworkshops

Am kommenden Wochenende werden am See noch kreative Workshops für Interessierte angeboten: Filzen, Weidenflechten, Sketch-Notes, Jonglage, Maultrommeln, eine Lesung, Yoga und Mantrasingen.

Informationen und Teilnahmegebühren unter seelenhaus-eschwege.de (Von Ellen Schubert)

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