Badestelle am Meinhardsee bleibt für die Öffentlichkeit im Sommer geschlossen

+
Hier wird im kommenden Sommer keiner mehr baden: Christoph Bergner stellt den Badebetrieb am Meinhardsee ein und wird voraussichtlich auch den Strand abbauen. Es gibt kaum Personal, das den Badebetrieb absichert. Hier wird im kommenden Sommer keiner mehr baden: Christoph Bergner stellt den Badebetrieb am Meinhardsee ein und wird voraussichtlich auch den Strand abbauen. Es gibt kaum Personal, dass den Badebetrieb absichert. Foto: Stefanie Salzmann

Den Badesstrand am Campingplatz Meinhardsee wird es ab Sommer nicht mehr geben. Der private Betreiber Christoph Bergner hat die Badestelle bei der Europäischen Union abgemeldet

Die Bestätigung der Behörden steht noch aus. „Wir finden das auch schade, aber es hat keinen Sinn mehr“, sagt Bergner.

Als Hauptgrund für seine Entscheidung nennt Bergner vor allem personelle Probleme. „Wir müssen nicht nur einen Schwimmmeister haben, sondern inzwischen auch noch eine zweite Person als Helfer, die mindestens Rettungsschwimmer ist“, sagt er. Doch es findet sich niemand.

Nach sechs Jahren war der Schwimmmeister im vorigen Sommer überraschend zweimal krank geworden, es gab keinen Ersatz. „Ich musste den Strand für den Badebetrieb schließen“, erzählt Bergner. Weil der Strand am Meinhardsee Privatgelände ist, haftet Bergner auch als Privatperson, er ist für die Sicherung zuständig und auch haftbar, wenn jemanden was passiert. „Trotz türgroßer Schilder, dass kein Badebetrieb stattfindet, und dreier weitere Hürden, wollten sich die Leute nicht vom Strandbesuch abhalten lassen“, berichtet er.

Auch die Gemeinde Meinhard, an die sich Bergner gewandt hatte, konnte nicht helfen.

Der örtliche Schwimmverein darf nicht helfen, weil Bergners Gelände samt Strand und See eben privat ist. „Zumal“, weiß er, „schaffen die die Betreuung der Badestellen am Werratalsee kaum noch, weil sie auch zu wenig Personal haben“. Wirtschaftliche Erwägungen hätten bei seiner Entscheidung eine untergeordnete Rolle gespielt. „Der Badebetrieb war schon seit Jahren ein Zuschussgeschäft, das wir über die Einnahmen des Campingsplatzes mitgedeckt haben.“

Der Eintritt kostete für Erwachsene drei, für Kinder zwei Euro. Und noch ein Problem ließ die Badestelle zunehmend unattraktiver werden: Die Wassertiefe. Zuerst musste Bergner die beiden Eisberge entfernen, auf denen vor allem Kinder und Jugendlichen gern kletterten und ins Wasser sprangen. Die Mindesttiefe von 2,50 Metern war mangels Niederschlägen nicht mehr gegeben.

Inzwischen musste auch die Rutsche des Bades am Meinhardsee gesperrt werden, weil an deren Ende das Wasser gerade noch kniehoch steht. Für die zahlreichen Dauercamper am Meinhardsee wird sich nichts ändern. „Die nutzen ihre Badestellen an den Stellplätzen und baden dort auf eigene Gefahr“, sagt Bergner. Der Campingsplatz, den er im Jahr 2013 vom Landkreis gekauft hat, verfügt über 380 Dauercamperplätze und zirka 50 Plätze für Kurzzeitcamper.

Auch der Biergarten und das Restaurant mit Blick auf den Meinhardsee bleiben weiter in Betrieb. Den Strand selbst wird Bergner abbauen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare