Südflügel des Schlosses in Grebendorf: Bürgermeister Brill will Geld vom Denkmalschutz

Der bauliche Verfall droht

Der Südflügel des Keudell’schen Schlosses in Grebendorf muss dringend saniert werden: Bürgermeister Gerhold Brill (links) und Dieter Schönberg von der Arbeitsgruppe Geschichte in Grebendorf wollen diesbezüglich Geld vom Denkmalschutz. Foto:  Rissmann

Grebendorf. Die zehnte Woche seiner Amtszeit ist für Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill ebenso arbeitsintensiv, wie die zwei Monate zuvor. Er lässt nicht locker, macht keinen Bogen um anstehende Probleme. Und der Südflügel des Keudell’schen Schlosses in Grebendorf ist so ein Sorgenkind, das die dringende Sanierung verlangt. Die Frage ist das Wie? Wer kann helfen? Wo ist finanzielle und materielle Hilfe zu erwarten?

„Schon meine beiden Vorgänger haben sich vergeblich bemüht, das 34 Meter lange und zweigeschossige Fachwerkgebäude zu sanieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Da aber der bauliche Verfall des früheren Stall- und Wirtschaftsgebäudes droht, besteht Handlungsbedarf“, erklärt Gerhold Brill im Gespräch mit der WR. Ganz wichtig sei es, so der Verwaltungschef, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet werde. „Wir müssen dem Verfall des denkmalgeschützten Gebäudes unmittelbar und auch massiv entgegenwirken“, sieht Brill in der Erhaltung des historischen Ortsbildes von Grebendorf eine zweite zukunftsorientierte Aufgabe.

Das Gebäude soll einfach wieder so hergerichtet werden, wie es im 16. Jahrhundert gebaut wurde. Bei der späteren räumlichen Nutzung wird nicht an öffentliche Einrichtungen, wie zum Beispiel die Diakonie oder das DRK gedacht, sondern an Lagerräume, Platz für Ausstellungen oder für kleine Events. Gerhold Brill hat sich bereits auf die Suche nach finanziellen Mitteln gemacht und den Bezirkskonservator für Denkmalschutz in Marburg, Dr. Thomas Wolf, und Rosemarie Wilcken in ihrer Funktion als Vorsitzende der Stiftung Deutscher Denkmalschutz über sein Problem in Kenntnis gesetzt.

Derweil wurde seitens der Gemeindeverwaltung, aber auch mit den Besitzern des Südflügels, ein Arbeitspapier erstellt. Bei den Besitzern handelt es sich um drei Parteien, die eine GbR gegründet haben. „Wir haben eine Prioritätenliste mit neun Punkten erarbeitet“, sagt der Meinharder Bürgermeister. Er nennt unter anderen das Vervollständigen der Ziegelflächen am Westgiebel, die Erneuerung des Daches der östlichen Melkkammer, die Instandsetzung des Regenablaufes, die Sanierung der Verbindungstreppe zum Obergeschoss und auch das Ausbessern von vielen morschen Gebäudeteilen.

„Die Umsetzung wird nicht einfach werden, aber auch diesbezüglich arbeiten wir an Ideen“, geht Gerhold Brill auf die Möglichkeit ein, die Trägerschaft mit der Gründung eines anerkannten und eingetragenen Fördervereins in Einklang zu bringen. Hier sind auch ehrenamtliche Einsätze gefragt. Zur Finanzierung muss Gerhold Brillnach Lösungen suchen, um Geld aufzutreiben, die anteilmäßige Unterstützung des Denkmalschutzes und der deutschen Stiftung für Denkmalschutz inbegriffen. HINTERGRUND

Von Harald Triller

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