Die Ruelbergs werden jetzt privat

Nach 39 Jahren im Bürgerhaus Schwebda geht das Pächterpaar in den Ruhestand

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Als junge Familie starteten sie im Bürgerhaus Schwebda: Doris und Arno Ruelberg beginnen in Kürze ihren wohlverdienten Ruhestand. 

39 Jahre hat das Paar das Bürgerhaus als Pächter geführt, am 30. Juni ist jetzt endgültig Schluss. Ruelbergs gehen in den Ruhestand.

Unzählige Hochzeiten, Familien- und Betriebsfeiern, Beerdigungen, Vereinstreffen und Kirmessen haben sie gemanagt, bekocht und für Service und das jeweils passende Ambiente gesorgt, Vier Meinharder Bürgermeister haben sie kommen und gehen sehen. 39 Jahre hat das Paar das Bürgerhaus als Pächter geführt, am 30. Juni ist jetzt endgültig Schluss. Ruelbergs gehen in den Ruhestand.

Von 100 auf Null

Jetzt sitzen Doris und Arno Ruelberg (beide 65) in ihrem Restaurant im Bürgerhaus Schwebda, wo außer dem nackten Mobiliar nichts mehr von der freundlichen Gemütlichkeit erst jüngst vergangener Tage zeugt. „Wir gehen auf einen Schlag von 100 auf Null“, sagt Arno Ruelberg, der zugibt, dem Abschied auch ein bisschen mit Wehmut entgegenzusehen. „Aber wir waren 39 Jahre zufrieden hier, wenn wir jetzt nicht Schluss machen, kommen wir noch ins Museum.“

Eigentlich wollten die Ruelbergs das Haus noch bis Juni wie gewohnt betreiben, doch wegen der Corona-Pandemie war wie für alle Gastronomen Mitte März dieses Jahres Schluss. Die Zeit hat die Familie genutzt, das Bürgerhaus zu räumen und für ihre Nachfolger geordnete Verhältnisse zu schaffen. Denn die Familie war nicht nur Pächter, sondern lebte auch dort. Die Kinder Nicole (41) und Björn (35) sind hier aufgewachsen. Und was kommt jetzt? Das Paar bleibt in Schwebda, zieht aber in ein eigenes Haus um. „Wir haben drei Enkel“, sagt Doris Ruelberg. „Alles Weitere muss sich erst noch finden“, sagt ihr Mann.

Erfahrung in der Gastronomie

Als das Paar zu Beginn der 1980er-Jahre, damals beide gerade Mitte 20, das Bürgerhaus Schwebda übernahm, hatten sie schon einige Erfahrung in der Gastronomie gesammelt. Der gelernte Koch Arno Ruelberg hatte das Gasthaus Werratal in Albungen geführt, dann hatten sie für vier Jahre das Freizeitzentrum am Meinhardsee gepachtet. Dann kam das Angebot in Schwebda und die junge Familie wagte den Sprung.

„In den ersten Jahren waren wir noch ein reiner Familienbetrieb“, erzählt Doris Ruelberg. Ihre Eltern, damals noch rüstig, und drei Geschwister halfen mit. Auch von den Älteren in Schwebda hätten sie anfangs viel gelernt. „Die haben uns gute Tipps gegeben, wie das Dorf so funktioniert“, sagt Doris Ruelberg. Das aktive Vereinsleben in den 1980ern habe sich viel im Bürgerhaus abgespielt. Auch die Kirmessen wurden damals noch im Bürgerhaus gefeiert. „Mit Gästen aus dem Dorf alleine wären wir als Restaurant finanziell nicht über die Runden gekommen.“

Der Abschied fällt wegen Corona nun auch leiser und anonymer als geplant aus. „Wir hätten uns gern in angemessenem Rahmen und persönlich von unseren Gästen verabschiedet“, sagen die Ruelbergs. Zu einigen Gästen hätten sich Freundschaften entwickelt. „Darüber sind wir sehr glücklich und auch dankbar.“

im Bürgerhaus

Am kommenden Samstag, 6. Juni, von 10 bis 17 Uhr gibt es einen Hausflohmarkt im Bürgerhaus, wo die Möglichkeit besteht, Dekoartikel, Bilder, Möbelstücke, Geschirr, Vasen etc. zu erwerben. Interessenten melden sich unter 0176/ 47 58 67 73 oder schauen auf die Facebook-Seite.

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