Chronist Martin Menthe beschreibt ein Werra-Hochwasser aus dem Jahr 1846

So könnte es damals in Grebendorf ausgesehen haben: Der Ortseingang Eschweger Straße im 19. Jahrhundert. Foto: Archiv Helmut Stück

Grebendorf. Es ist ein kleiner Einblick in das Buch „Aufzeichnungen von Martin Menthe", der ein großes Ereignis offenbart: Im Januar 1846 hat es so kräftig geregnet, dass das ganze Werratal ein einziger Wasserspiegel war.

Aus den Aufzeichnungen des Grebendorfer Landwirts Martin Menthe (1802-1889) ist zu entnehmen, dass es im Januar 1846 - vor 170 Jahren - drei Tage lang ununterbrochen geregnet hatte, dazu kam die Schneeschmelze, schnell trat die Werra über die Ufer, so groß wie man sie noch niemals gesehen hatte. Selbst die große Überschwemmung aus dem Jahre 1841, die man bisher für die größte gehalten hatte, wurde noch weit übertroffen. Das ganze Werratal bildete ein Wasserspiegel.

„Unter den Weiden“ in Grebendorf waren alle Keller und Ställe voll Wasser gelaufen. Auf dem Hof Martin (heute Bebendorf) in der Stengelsgasse stand das Wasser bis in Hausflur und Küche, das Vieh musste man in Ställe anderer Leute bringen. Martin Menthe schreibt: „Mehr und mehr waren die Einwohner von Kleinvach zu bedauern, wo beinahe das ganze Dorf unter Wasser stand, wodurch sich viele genötigt sahen, ihre Häuser zu verlassen, weil ihnen das Wasser in die Stube ging. Das Vieh mussten diese Leute ganz hinweg in andere Dörfer bringen. So standen z. B. die Pferde von dem „Hompurkschen Gut“ auf dem Fürstenstein und vier Ochsen waren in Grebendorf untergebracht. Die Schafe hatte man wegen des hohen Wasserstandes auf die Böden gebracht. Drei Wochen lang dauerte es, bis man wieder trockenen Fußes nach Eschwege kommen konnte.“

Das Buch „Aufzeichnungen von Martin Menthe“ ist noch in geringen Stückzahlen in der Buchhandlung Heinemann in Eschwege und in der Gemeindeverwaltung in Grebendorf vorrätig. (red)

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