200 Dachzeltnomaden unterwegs 

Dachzeltnomaden gastieren am Wochenende im Naturcamp am Werratalsee

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Eine entspannte Truppe: Die Dachzeltnomaden campten nicht nur am Werratalsee, sondern sammelten hier auch Müll ein und spendeten großzügig. Über 7000 Euro kamen am Wochenende zusammen.

Morgens das Zelt öffnen und die Aussicht vom Fahrzeugdach auf den Werratalsee genießen. Das taten zirka 200 Dachzeltnomaden, die sich im Naturcamp Schwebda trafen.

Thilo Vogel hat die Idee in den letzten drei Jahren weit verbreitet. Seit Juni 2016 lebt er Vollzeit in seinem Ford Mondeo mit Dachzelt und minimierte seinen Besitz auf das, was in sein Auto reinpasst. „Dadurch, dass ich wenig besitze, habe ich viel Freiheit gewonnen“, sagt der Gründer der Dachzeltnomaden. 

2016 gab er seinen Beruf als Fotograf und seine Wohnung auf. Heute organisiert er die Treffen und Festivals von seinem Auto aus. Den Grundstein hat Vogel mit der Gruppengründung auf Facebook im Juni 2017 gelegt. 

„Eigentlich wollte ich nur wissen, ob es auch andere Menschen gibt, die gerne auf dem Auto campen.“ Mittlerweile tummeln sich dort über 20.000 Dachzeltbegeisterte und jede Woche gesellen sich Hunderte hinzu. „Bei uns sind alle willkommen, egal welches Auto sie fahren, ob sie ein Dachzelt haben oder keins.“

Internationale Naturliebhaber treffen auf Einheimische  

So trafen am Freitag begeisterte Naturliebhaber aus Deutschland und über die Grenze hinaus ein. Freunde, Pärchen, Großeltern mit Enkelkindern, Alleinstehende und Familien kamen für das Wochenende zusammen, um gemeinsam zu kochen, im See zu baden, Müll zu sammeln, am Lagerfeuer zu sitzen und zum gemeinsamen Zusammenleben. 

Sandra Till aus Schweinfurt nutzte das Treffen für einen Kurztrip mit der Familie: Mit ihren Kindern und ihrem Partner tauschte sie ihren Alltag gegen ein Abenteuer auf dem Autodach. „Meine Kinder schlafen lieber im Dachzelt als zu Hause im Bett“, schmunzelt sie.

Alle Einnahmen werden gespendet 

Die Idee, die Nomaden an den Werratalsee zu holen hatte Andreas Biehl aus Schwebda. Er ist selbst Gruppenmitglied und organisierte die Rahmenbedingungen der Veranstaltung. Das Geld der Eintritts- und Übernachtungspauschalen sowie Einzelspenden werden zu 100 Prozent gespendet.

Am Samstagnachmittag wurde verkündet, dass 7412 Euro dadurch zusammenkamen. Die Hälfte der Spenden geht an die kranke Emily-Sophie aus Rambach und die andere Hälfte wird an die „Kleinen Riesen Nordhessen“ gespendet, ein Verein für palliativ kranke Kinder. „Es war ein großartiges Wochenende, besser hätte es nicht sein können“, sagt Andreas Biehl. So ließen die Dachzeltnomaden zusammen mit neugierigen Besuchern aus der Umgebung das Wochenende ausklingen.

Carolin Eberth

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