„Der Hilferuf kam an“

Hessenfernsehen drehte zum Vereinseuro in Meinhard

Horchten nach: Redakteur Christof Dörr (Mitte von links) , Praktikantin Selina Dicke, Kamerafrau Sandra Schneider und Tontechniker Uwe Hochapfel vom HR im Interview mit Bürgermeister Gerhold Brill (links). Foto: Rissmann

Grebendorf. Es war ein hessenweiter Aufruhr: Die Idee in Meinhard einen Vereinseuro einzuführen, bei dem jeder Verein pro Mitglied und Jahr einen Euro an die Gemeinde zahlen sollte. Von den Mitgliedern der Vereine bis hin zu Kreis- und Landessportbund war sie Empörung riesig.

Anderthalb Jahre ist das jetzt her, damals besuchte auch ein Team vom Hessenfernsehen für die Hessenschau die 4800 Einwohner zählende Gemeinde am Werratalsee. Heute sind sie wieder da. „Wir drehen für die Rubrik Nachgedreht“, erklärt HR-Redakteur Christof Dörr. Dafür interviewte er mit seinem Team erneut den Bürgermeister, diesmal allerdings Gerhold Brill, der vor einem Jahr das Amt von Hans Giller übernommen hatte. Und auch zur Feuerwehr und dem TSV Jestädt zog es das Filmteam erneut. „Wir befragen wieder die selben Leute wie für den ersten Bericht, um zu erfahren, wie sie die Entwicklung empfunden haben“, sagt Dörr.

Und die ist schnell geschildert: Der Vereinseuro ist längst vom Tisch. Rund 6000 Mitgliedschaften gibt es in den 65 Meinharder Vereinen, der Vereinseuro hätte also rund 6000 Euro pro Jahr in die Gemeindekasse gespült. „Das wäre sowieso nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen, der Vereinseuro war mehr ein Hilferuf seitens der Gemeinde“, sagt Brill. Und der sei mehr als angekommen, findet Brill: Viele Ehrenamtliche hätten freiwillige Leistungen übernommen und würden jetzt beispielsweise Sportplätze vertikutieren oder Grünflächen pflegen.

„Rund 40 000 Arbeitsstunden kommen da im Jahr zusammen, das entspricht einer Wertschöpfung von einer halben Million Euro“, rechnet Brill vor. Das sei viel mehr als der Vereinseuro je hätte einbringen können. „Die Bürger sind sensibilisiert und bringen mittlerweile selbst Ideen ein, wo man noch sparen kann“, sagt Brill. (dir)

• Zu sehen sein wird der Bericht am Samstag, 8. August, oder Samstag, 15. August, in der Hessenschau ab 19.30 Uhr.

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