Die Kirche im Dorf lassen, Teil 70 

Dorfkirche Motzenrode - Fenster der Hoffnung

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Kleines Kirchlein auf kleinem Hügelchen: Die Dorfkirche von Motzenrode steht auf einer Wasserader.

Die Dorfkirche in Motzenrode ist in ihrer Schlichtheit und Spiritualität ein echtes Kleinode. Bemerkenswert sind zudem das Kirchenfenster und das hölzerne Tonnengewölbe. 

Motzenrode – Die Dorfkirche von Motzenrode ist eigentlich eher ein Kirchlein, steht auf einem Hügelchen und wird von den Dorfkatzen geliebt, die nicht nur den Kirchenmäusen auflauern, sondern auch die Rosenbeete vorm Portal lieben.

Vom Künstler geschaffen - das Fenster der Hoffnung 

Klein, schlicht und spirituell: Die Dorfkirche Motzenrode erhielt 2004 ein vom Oswald Rischard gestaltetes Fenster, das über dem Altar das Zentrum Kirche bildet. Am Altar sind Pfarrerin Jutta Groß (links) und Kirchenvorsteherin Gisela Eggeling zu sehen.

Das Innere der Kirche ist ein schlichter rechteckiger Raum, dessen optisches, aber spirituelles Zentrum ohne Zweifel das Fenster oberhalb des Altars darstellt. Die Verglasung des Fensters gibt es erst seit der Sanierung der Kirche 2004. Damals hatte die Kirche eine Ausschreibung unter drei Künstlern angeregt. Oswald Krause-Rischard gestaltete das Fenster als eine kühle blau-violette Fläche mit einem warmen Farbstreifen von Rot bis Gelb-Orange. Die eingelassen Glaslinsen erscheinen als Lichtpunkte und bilden in Blindenschrift das Wort Hoffnung. „Besonders schön sieht das Fenster ganz früh am Morgen aus, wenn die Sonne hindurchscheint“, weiß Gisela Eggerling vom Kirchenvorstand, die sich auch liebevoll um die kleine Kirche kümmert.

Farbkonzept Weiß und Blau

Der Raum ist in schlichtem Weiß gehalten, Empore und Gebälk in Dunkelblau. Sehenswert ist das in Weiß gestrichene, hölzerne halbrunde Tonnengewölbe, das an den Kanten im Zuge der Sanierung mit floralen Malereien versehen wurde.

Über Geschichte ist wenig bekannt 

Selten: Das Tonnengewölbe.

Die Geschichte der Motzenröder Dorfkirche ist nicht exakt überliefert, denn beispielsweise ist das Jahr ihrer Erbauung unbekannt. Bekannt ist, dass die Kirche im Dreißigjährigen Krieg verwüstet worden ist und 1649 wieder aufgebaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde immer wieder an dem Gotteshaus gebaut und repariert, umfassend saniert wurde die Kirche 2003/ 2004. Fassade und Dachstuhl wurden saniert. Das Türmchen musste notgesichert werden – alleine das kostet die Kirchgemeinde 16 000 Euro. Obwohl seinerzeit auch ein komplett neuer Sandsteinfußboden verlegt wird, ist das Problem der aufsteigenden Feuchtigkeit langfristig nicht behoben worden. „Wir glauben, dass unter dem Gebäude eine Wasserader verläuft“, sagt Pfarrerin Jutta Groß. Auch der Fugenputz an der Fassade scheint nicht für die Ewigkeit gemacht. Ein Restaurator habe der Pfarrerin seinerzeit erklärt, es handele sich um sogenannten „Opferputz“, der alle paar Jahre erneuert werden muss. Insgesamt kostete die Sanierung der Kirche eine halbe Million Euro.

Orgel stammt von Orgelbauer aus Hoheneiche 

Die kleine Orgel auf der Empore stammt von 1861 und wurde vermutlich von einem aber nicht namentlich bekannten Schreiner und Orgelbauer aus Hoheneiche gebaut. Platz finden in der Kirche um die 100 Menschen.

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