Grebendorf vor 200 Jahren: Aufzeichnungen von Martin Menthe  geben Einblicke 

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Fertig: Helmut Stück aus Grebendorf stellt neues Buch über Martin Menthe vor.

Grebendorf. Wie war das Dorfleben in Grebendorf vor 200 Jahren: Einen Einblick bekommt man dank der Aufzeichnungen von Martin Menthe, die Helmut Stück zusammengetragen hat.

Bei den Chronisten des Mittelalters galt eine Kometensichtung gerne mal als ein Vorzeichen für kommende, schlimme Ereignisse. Martin Menthe, der von 1802 bis 1880 die Ereignisse in Grebendorf getreulich festhielt, war da schon aufgeklärter. Dass ein Komet Ereignisse voraussagen könne, hielt er für Aberglauben – obwohl, hundertprozentig sicher war er sich dann doch nicht. Denn als 1811 in Grebendorf ein Komet gesichtet wurde, kam es kurze Zeit später zu einer starken Feuersbrunst in der Sandgasse. Neun Gebäude brannten vollständig nieder. Ob doch der Komet einen Anteil daran getragen habe, sagt Menthe schließlich, weiß man nicht.

Diese und andere Ereignisse und die Sicht des Martin Men- the, darauf kann man nun in dem vom „Arbeitskreis Geschichte Grebendorf“ herausgegebenen Buch „Martin Menthe – Aufzeichnungen aus Grebendorf“ nachlesen. Und dies lohnt sich nicht nur für die ansässige Bevölkerung. Das Buch bietet einen Einblick in das dörfliche Leben im 19. Jahrhundert. Helmut Stück übertrug in Zusammenarbeit mit York-Egbert König den Text des Chronisten aus der deutschen Kurrentschrift in die moderne Schreibweise. Welche Bedeutung Menthes Aufzeichnungen für die Heimatgeschichte hatten, erkannte Helmut Stück bei seinen vielen Recherchen für andere Schriften. Doch heutigen Lesern war das handschriftliche Originalmanuskript nicht zugänglich, da diese Schrift nicht mehr von vielen gelesen werden kann. „Als Helmut Stück die Idee einer Transkription der Quelle vorstellte, war ich sofort begeistert“, sagt Bürgermeister Gerhold Brill.

Spenden, um die Drucklegung des Manuskripts finanzieren zu können, wurden gesammelt, und Brill ist hochzufrieden mit dem Ergebnis: „Nun ist sichergestellt, dass diese Epoche Grebendorfs nicht verloren geht.“ Dabei war Martin Menthe seinerzeit kein Akademiker. Er war Sohn einer Bauernfamilie. Dennoch fühlte er sich verpflichtet, die großen ebenso wie die kleinen Ereignisse, die sich während seiner Lebenszeit ereigneten, festzuhalten und so ein lebendiges Augenzeugenbild eines Dorfes während eines Zeitraums von gut 80 Jahren zu vermitteln.

Limitierte Auflage

Helmut Wagner, Nachfahre der Linie Menthe, stellte das Manuskript zur Verfügung, Helmut Stück investierte hunderte Arbeitsstunden darein, die klein geschriebene Schrift zu entziffern, York-Egbert König überprüfte das Manuskript und half mit seltenen Begriffen. Das Layout übernahm die Firma Jatho-Design in Schwebda. Nun wurde das Buch in einer limitierten Auflage gedruckt und ist für 15 Euro in der Buchhandlung Heinemann, in der Gemeindeverwaltung in Grebendorf und bei Helmut Stück selbst erhältlich. (kw)

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