Eigenkapital fehlt: Gemeinde muss entscheiden, ob sie neue Feuerwache in Frieda baut

Entspricht nicht mehr dem Stand der Zeit: Das Feuerwehrgerätehaus in Frieda wurde zweimal vom technischen Dienst des Landes Hessen beanstandet. „Ab 2020 erlischt die Betriebszulassung“, sagt Wehrführer René Dittmann. Foto: privat

Frieda. Die Gemeinde Meinhard muss bis zum Ende des Monats entscheiden, ob sie Fördermittel von Kreis und Land zum Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Frieda annimmt. Das Problem: Die Hälfte der Kosten muss die Gemeinde selbst tragen. Und das kann sich die klamme Schutzschirm-Kommune im Moment eigentlich nicht leisten.

Die Mängel

Der technische Prüfdienst des Landes Hessen hatte mehrfach bemängelt, dass die bisherige Unterkunft der Feuerwehr, eine bessere Garage, erhebliche Defizite aufweist. Die Einfahrt ist nicht breit genug, der Einstellplatz zu kurz, es gibt keine separaten Umkleidekabinen für Männer und Frauen, die Sanitärräume entsprechen nicht den Vorschriften und die Funktionsräume sind unzureichend. „Die Feuerwehrkameraden sind Mitarbeiter der Gemeinde und ihnen gegenüber haben wir eine Fürsorgepflicht“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill. Seit zwei Jahren wird deshalb mit dem Architekturbüro Luther an einer neuen Unterkunft geplant.

Die Standorte

Wo genau der Neubau entstehen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass der Umbau der bisherigen Feuerwehr-Garage nicht möglich ist. Ebenso wenig kann man die Wache in die Weinberghalle integrieren, weil sie zu niedrig ist. Ausgeschlossen wurden auch ein Standort im Neubaugebiet (zu abseits), bei den Zollhäusern oder auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle (zu klein).

Die Kosten

Das Architekturbüro Luther hat nach den bisherigen Planungen Kosten von knapp einer Million Euro ermittelt. Das Land Hessen hat bekannt gegeben, dass es nur rund 380 000 Euro für förderfähig hält. Zehn Prozent würde der Kreis tragen, 40 Prozent das Land, „weil wir eine so finanzschwache Kommune sind“, bemerkt Brill. Normal sei ein Fördervolumen von 30 Prozent. Beide zusammen würden voraussichtlich also rund 190 000 Euro übernehmen. „Stand jetzt können wir das Projekt finanziell nicht stemmen“, sagt Brill in diesem Zusammenhang.

Weiteres Vorgehen

Bis Ende des Monats muss die Gemeindevertretung entscheiden, ob sie die Zuwendung annimmt. Deswegen wird darüber noch mal im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert. Bis dahin soll das Architekturbüro Luther auf Vorschlag von FDP, CDU und ÜWG prüfen, inwieweit die Kosten für den Neubau gesenkt werden können. In einer Sondersitzung am Donnerstag, 28. September, in Jestädt wird dann abgestimmt, ob die Gemeinde zuschlägt. Damit verbunden wäre eine Bauzusage, das Projekt müsste im Haushalt berücksichtigt werden. Der Neubau ist für die Jahre 2018 bis 2020 vorgesehen.

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