„Ein Familienfest mit viel Essen“

Nantongo Deborah aus Uganda lebt in Motzenrode und feiert Weihnachten

Lebt gerne in Motzenrode: Nantongo Deborah aus Uganda. Foto: Hose/nh

Motzenrode. Super eingelebt hat sich Nantongo Deborah im beschaulichen Motzenrode. Seit dem 25. Juni lebt die 26-Jährige, die aus Naakulabye, einem Vorort der ugandischen Hauptstadt Kampala, stammt, als Au-Pair-Mädchen in einer Familie des 150 Einwohner zählenden Meinharder Ortsteils und kümmert sich um drei Kinder. Bewundernswert: In dieser kurzen Zeit hat sie bereits viel Deutsch gelernt. „Vor allem die Kinder – die ja selbst noch sprechen lernen – verstehe ich am besten“, sagt die 26-Jährige.

Jetzt freut sich Deborah auf ihr erstes Weihnachtsfest in Deutschland. Einige Unterschiede in der Vorweihnachtszeit zwischen dem christlich geprägten Uganda und Deutschland hat Deborah bereits festgestellt: „Bei uns Zuhause werden die Häuser nicht geschmückt, keine Lichterketten, auch haben wir keine Weihnachtsmärkte.“

„In meiner Heimat essen die Leute nicht so viel Süßes zur Weihnachtszeit.“

Den hat sie bereits kennengelernt, denn sie war sowohl schon auf dem Adventsmarkt in Motzenrode als auch auf dem Märchenweihnachtsmarkt in Kassel. Und da entdeckte sie weitere Unterschiede – nämlich beim Essen: „In meiner Heimat essen die Leute nicht so viel Süßes zur Weihnachtszeit.“ Auf dem Kasseler Markt probierte sie einen Schoko-Apfel und findet: „Gar nicht schlecht.“

Es gebe aber auch ganz viele Gemeinsamkeiten zwischen Weihnachten in Deutschland und Uganda: „Auch bei uns ist es ein ruhiges Familienfest mit einer Menge zu Essen.“ In Uganda stehen statt Gans und Klöße eben Süßkartoffeln, Huhn und gekochtes Gemüse auf dem Weihnachtstisch. „Es wird einfach eine Menge Essen aufgeladen und jeder nimmt sich was er möchte“, sagt Deborah.

Etwas traurig ist sie über den fehlenden Schnee, doch sie hofft, dass der noch kommen wird. „An die Kälte hier in Deutschland habe ich mich mittlerweile gewöhnt“, sagt Deborah. Nach Deutschland zu kommen, um die Sprache zu lernen, war schon immer ihr Traum. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften hat sie zunächst als Buchhalterin gearbeitet, dann einen kleinen Lebensmittelmarkt eröffnet. „Nebenbei habe ich so viel gespart wie möglich, um nach Deutschland gehen zu können“, sagt die 26-Jährige, deren Schwester bereits seit längerem in Ulm lebt. Von Deutschland habe sie auch bereits einiges gesehen, ihren Weihnachtsurlaub wird sie bei einem Freund in Dortmund verbringen. Und wenn sie wieder da ist, kann sie vielleicht einem ihrer Hobbys nachkommen: Fußball spielen. „Das macht mir richtig viel Spaß“, sagt Deborah. Der Trainer der Frauenmannschaft des TSV Grebendorf hat ihr angeboten mitzutrainieren. (dir)

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