Einbrechern einen Riegel vorschieben: Polizei gibt fünf Tipps

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Besser Vorsorge als Nachsorge: Markus Gebauer erklärt, wie Fenster einbruchsicher gemacht werden können. 

Grebendorf. Bei seiner Sommertour klärte das Polizeipräsidium Nordhessen gestern zum Thema „Sicheres Hessen – Einbrechern einen Riegel vorschieben“ auf.

Die Beamten Susanne Gottmann und Markus Gebauer von der Kriminalprävention Kassel sind vorbeugend tätig und geben Informationen, wie man sich als Bürger zum schweren Opfer für Verbrechen macht.

1. Unerwartete Zeiten: 

„Einbrecher kommen nur nachts“ – Falsch! Denn entgegen der weitverbreiteten Vermutung sind sie üblicherweise über den Tag verteilt unterwegs, eben dann, wenn die meisten bei der Arbeit sind. Auch in der derzeitigen Urlaubszeit fühlen sich Einbrecher weniger wohl: Sie sind eher in der dunklen Jahreszeit unterwegs.

2. : 

Fenster und Türen sollten bei Verlassen des Hauses, unabhängig davon wie lange, in jedem Fall immer abgeschlossen sein. Selbst, wenn man sich zuhause befindet, ist es ratsam, diese immer im Blick zu haben. Weiterhin gilt: Je sicherer die Fenster selbst, desto besser. 80 bis 90 Prozent der Einbrecher verschaffen sich durch Aufhebeln der Fenster oder Türen Zutritt. Spezielle Pilzkopfverriegelungen können dem entgegenwirken. Nur etwa 10 bis 20 Prozent der Täter schlagen Fenster ein. Hier schützt eine einbruchhemmende Sicherheitsfolie. Die Polizei berät bei einer kostenlosen Analyse des Eigenheims zu dem Thema.

3.  

Die Polizei kann nicht überall sein, um Straftaten zu verhindern – Nachbarn hingegen gibt es fast immer. Tauchen wiederholt fremde Menschen auf, beobachten Grundstücke oder verhalten sich anderweitig auffällig sollte im Zweifelsfall die Polizei informiert werden.

4. 

Trotz all der Berichterstattung über Einbrüche und Diebstähle müssen wir nicht in Angst leben. Vielmehr sollte man – um jeglicher Art von Straftaten vorzubeugen ein gesundes Misstrauen üben, achtsam sein und hinterfragen. Im Zweifel gilt: Mit dem Bauchgefühl liegt man richtig.

5. 

Sollte es tatsächlich dazu kommen und man ertappt den Einbrecher, sollte umgehend die Polizei informiert werden. Auf gar keinen Fall sind die Täter zu stellen, denn es ist mit deren Gewaltbereitschaft zu rechnen. Besser: Sich so viele Details über Tat und Täter wie möglich merken – Fahrzeug, Kleidung, Statur, Fluchtrichtung. Um dann der Polizei eine detaillierte Beschreibung zu liefern. 

Telefonabzocke

Nicht nur über Einbruchschutz, sondern auch über Betrüger am Telefon klärten die Beamten auf. Derzeit versuchen viele Kriminelle, getarnt als Polizisten ihren vorrangig älteren Opfern Geld zu entlocken. Typischerweise machen sie dabei ihren Opfern Angst, warnen vor Kontoplünderungen, Einbrüchen oder Falschgeld und fragen nach deren Vermögen. Um Abzocke zu verhidern, sollte man am Telefon nicht über finanzielle Verhältnisse sprechen und Auflegen, falls der Anrufer Druck aufbaut oder Angst schürt.

Von Gina Eberhardt

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