Austritt aus Zweckverband wird geprüft

Eschwege kann’s billiger: Meinhard verhandelt mit Kreisstadt bereits über Müllentsorgung

Grebendorf. Baum- und Strauchschnitt, kurz auch holzige Biomasse genannt, beschäftig weiterhin die Gemeinde Meinhard, die deshalb in puncto Müllentsorgung prüft, ganz eigene Wege zu gehen.

Einstimmig haben die Gemeindevertreter am Donnerstag den Gemeindevorstand beauftragt, mit dem Zweckverband Abfallwirtschaft nach Möglichkeiten zu suchen, dass Meinharder Bürger für die Verwertung holziger Biomasse nur zahlen müssen, wenn sie den Service auch nutzen.

Außerdem prüft die Gemeinde jetzt, unter welchen Bedingungen sie aus dem Abfallzweckverband austreten kann und verhandelt bereits konkret mit der Stadt Eschwege. Eschwege, das nicht dem Abfallzweckverband angehört, sondern über den eigenen Bauhof entsorgt, könnte wegen der räumlichen Nähe die Müllentsorgung für Meinhard übernehmen.

Wie Bürgermeister Gerhold Brill sagte, habe Eschwege bereits ein vorläufiges Angebot gemacht, das zirka 20 Euro pro Haushalt und Jahr günstiger sei als die Gebühren, die über den Abfallzweckverband anfallen.

Dass Meinhard eine Solidargemeinschaft verlasse, wie der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Friedel Junghans Meinhard vorwirft, sei „Quatsch“, sagt Brill. Meißner sei die erste Gemeinde gewesen, die den Tourismuszweckverband verlassen habe.

„Dieses Projekt hat keine Zukunft“, sagte Helmut Wagner von der FDP, der das Projekt einen „Anschlag auf das Dorfleben“ bezeichnete, weil es möglicherweise zulasten der geselligen Osterfeuer gehe. Diese Gefahr sieht die SPD-Fraktion nicht, fordert aber weitere Aufklärung über entstehende Kosten, ebenso wie die CDU: „Wir brauchen ahlen und Fakten“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Karsten Degenhardt und gab zu bedenken, dass das Gros der Meinharder lediglich Kleinschnitt produziere.

Das Modellvorhaben „Holzige Biomasse“, das der Abfallzweckverband im Auftrag des Landkreises umsetzen soll, sieht vor, dass die Gemeinden zentrale Sammelplätze einrichten, wo Schnittgut gewerblicher und privater Herkunft gesammelt werden und dann zu einem von weiteren drei Verarbeitungsplätzen transportiert werden soll. Dem Abfallzweckverband gehören alle Kommunen im Kreis an, bis auf Eschwege, Sontra und Witzenhausen, die ihre Abfallentsorgung über eigene Bauhöfe organisieren.

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