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Grundstückspreis zu Kitaneubau Grebendorf zu hoch – Gemeindevorstand will Reißleine ziehen

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Von: Stefanie Salzmann

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So gut wie gescheitert: Die Kaufverhandlungen zwischen dem Eigentümer des Wiesengrundstückes am Bernstal und der Gemeinde Meinhard, die diese Fläche für den neuen Kindergarten kaufen wollte.
So gut wie gescheitert: Die Kaufverhandlungen zwischen dem Eigentümer des Wiesengrundstückes am Bernstal und der Gemeinde Meinhard, die diese Fläche für den neuen Kindergarten kaufen wollte. © STEFANIE SALZMANN

Der Plan, den neuen Kindergarten in Grebendorf am Bernstal zu bauen, ist möglicherweise jetzt geplatzt. Grund sind die Preisforderungen des Eigentümers für das Wiesengrundstüc. k

Grebendorf – Der Plan, den neuen Kindergarten in Grebendorf am Bernstal zu bauen, ist möglicherweise jetzt geplatzt. Grund sind die Preisforderungen des Eigentümers für das Wiesengrundstück gegenüber der Kita „Villa Kunterbunt“. „Die Verhandlungen gestalten sich schwierig, wir kommen mit dem Verkäufer nicht überein, was wir zahlen wollen und was er haben will“, sagte Bürgermeister Gerhold Brill auf der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend. Zunächst war eine Ankaufsumme von 130 000 Euro im Gespräch, inzwischen hat sich die geforderte Summe weit mehr als verdoppelt.

Gemeindevorstand: Bürgermeister soll um Alternativstandort verhandeln

Nun will der Gemeindevorstand die Reißleine ziehen, um eine weitere Baukostenexplosion des Kitabaus zu verhindern, und auf der heutigen Sitzung des Parlamentes einen Antrag einbringen, mit dem der Bürgermeister beauftragt werden soll, in Kaufverhandlungen mit den Eigentümern der Flächen am Ziegelweg zu treten. „Wir sollten nicht weiter verhandeln, sondern eine neue Lösung finden“, begründet Herbert Wicke (ÜWG) vom Gemeindevorstand den Antrag. Damit käme dann die Standort-B-Variante wieder ins Spiel.

Parlament hatte sich im Februar für Standort bernstal entschieden

Erst im Februar hatte das Meinharder Parlament in einer denkbar knappen Abstimmung sich für den Standort Bernstal entschieden und gegen den Ziegelweg, obwohl dieser ursprünglich von der Kindergartenkommission als Favorit genannt worden war.

Die Flächenanlyse zu Bernstal und Ziegelsweg in Grebendorf

Grundlage der Entscheidung im Parlament war seinerzeit eine „Flächenanalyse“ des Ingenieurbüros Henke gewesen, die das Bernstal als Standort favorisierte. Genauere Kostenkalkulationen und Zahlen gab es nicht, lediglich die Annahme, dass die „hängige Lage nicht als Standortnachteil“ und in Verbindung mit Synergieeffekten wie der alten Kita und vorhandener Parkplätze als ein „Kostenvorteil“ gesehen werde. Das Papier war den Mitgliedern des Bauausschusses seinerzeit zwei Stunden vor der Sitzung zugegangen.

Wenige Tage später traf das Parlament seine Entscheidung pro Bernstal. Gespräche mit dem Grundstückseigentümer gab es bis dahin nicht.

Scharfe Kritik an Verfahren

„Es war stümperhaft, nicht vorher mit den beiden Verkäufern zu verhandeln. Wir geben jetzt möglicherweise 180 000 Euro mehr aus. Das sind alles Steuergelder“, sagt Rolf Eyrich von der ÜWG.

Dass man die Konditionen für den Grundstückskauf vor der Entscheidung hätte „checken“ müssen, räumte am Dienstag auch SPD-Fraktionschef Michael Pack ein. „Wenn wir am Bernstal keine annehmbaren Konditionen erreichen, müssen wir nach anderen Flächen schauen“, schlug Karl Jeanrond (SPD) vor, der die Aussage der Flächenanalyse im Februar als Entscheidungsgrundlage noch als ausreichend verteidigt hatte. Auf Nachfrage von Guido Hasecke (CDU) räumte Bürgermeister Brill am Dienstagabend ein, dass es bisher für beide Standorte keine Baugutachten gibt.

Die Gemeinde will eine sechsgruppige Kita bauen. Die geschätzten Baukosten liegen laut Protokoll vom Mai aktuell zwischen fünf und zehn Millionen Euro.

(Stefanie Salzmann)

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