Es fließt nur wenig Wasser

Kritik an der geringen Durchströmung der Flutmulden bei Frieda

Sollte hier eigentlich nicht trockenen Fußes hier stehen können: Wolfram Brauneis auf dem Zulauf der östlichen Flutmulde am Kiesteich nahe Frieda. Fotos: Pflug

Frieda. Dass durch die östliche Flutmulde am Kiesteich bei Frieda schon länger kein Wasser mehr geflossen ist, wird auf den ersten Blick klar. Die Steine im Zulauf sind so trocken, dass man darauf problemlos stehen kann ohne Angst haben zu müssen, einzusinken oder auszurutschen.

Die Oberfläche der Flutmulde bedeckt bereits eine Schicht aus Cyanobakterien (auch bekannt als Blaualgen), und auch aus dem Auslauf läuft nur ein sehr schmales Wasserrinnsal.

Wolfram Brauneis, stellvertretender Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, bemängelt diesen Zustand. Im Planfeststellungsverfahren ist schließlich schriftlich festgehalten: „Die Anlage von Zu- und Abfluss zur Flutmulde stellt eine regelmäßige Durchströmung sicher“. Dies geschehe bisher aber nicht, erklärt Brauneis. Außerdem würde in der amtlichen Textfassung auch darauf hingewiesen, dass durch die Flutmulden neue Habitate für Wasservögel und Amphibien geschaffen werden sollen. Die Anlage der Flutmulden ist ein Ausgleich für den Bau der Umgehungsstraße bei Frieda (Bundesstraße 249). Die Flutmulden sollten neben dem Hochwasserschutz und der Schaffung neuer Lebensräume auch die Gewässerdynamik verbessern und damit zur Selbstreinigungskraft der Werra und der Revitalisierung der Aue beitragen. Ohne eine regelmäßige Strömung sei das jedoch nicht möglich, sagt Brauneis.

Die Gründe für den Stau im Becken seien nicht ganz klar. Die westliche Flutmulde, knapp hundert Meter flussabwärts wird besser, wenn auch längst nicht ideal durchströmt. Brauneis vermutet, dass bei der Planung etwas schief gegangen ist. Die Lösung sei aber eigentlich einfach. Man könne mit dem Bagger eine Rinne in den Zulauf graben und die begrenzenden Holzpfähle niedriger machen.

Brauneis erklärt, es habe bereits am 18. September einen Ortstermin mit Hessen Mobil und der ökologischen Bauüberwachung gegeben. Dabei hätten Vetreter der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz auf die Mängel hingewiesen. Eine Rückmeldung sei bisher jedoch ausgeblieben. Hessen Mobil, verantwortlich für das Hessische Straßenmanagement, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Brauneis appelliert an die Straßenbauverwaltung die Durchströmung her- und sicherzustellen, um wenigstens ein Minimum von Gewässerdynamik sicherzustellen. Denn: „Kein Fluss in Hessen ist so vernachlässigt, wie unsere Werra“.

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