Keine Ruhe in Frieda

Ortsbeirat diskutiert die fehlende Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt

Großzügig ausgebaut: Die Ortsdurchfahrt Frieda wurde erst saniert. Weil die Straße so großzügig ausgebaut wurde, darf sie jetzt nicht zur Tempo-30-Zone erklärt werden. Archivfoto: Rissmann

Frieda. Die Ortsdurchfahrt in Frieda war gestern Abend Thema der Ortsbeiratssitzung. Kritisiert wird, dass die nun zur Gemeindestraße herabgestufte ehemalige Bundesstraße nicht verkehrsberuhigt wird.

Vier Vorschläge hatte die Gemeinde der zuständigen Unteren Verkehrsbehörde beim Werra-Meißner-Kreis vorgelegt – allesamt wurden abgelehnt.

1.Die Ortsdurchfahrt zur Anliegerstraße machen:
Eine Beschilderung „Durchfahrt verboten – Anlieger frei“ sei für die Ortsdurchfahrt rechtlich nicht zulässig, bestätigte Landrat Stefan Reuß der Gemeinde Meinhard in einem Schreiben vom 17. Oktober die Entscheidung der Unteren Verkehrsbehörde: „Es handelt sich hier um eine örtliche Durchgangsstraße. Diesen Charakter muss die Straße auch in jedem Fall beibehalten.“

2.Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer beschränken:
Auch dieser Vorschlag der Gemeinde wurde seitens der Unteren Verkehrsbehörde mit der Begründung abgelehnt, dass die Leipziger Straße zu gut ausgebaut sei. Eine Verkehrsmessung im Sommer habe laut Bürgermeister Gerhold Brill ergeben, dass 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer sich an die Begrenzung von 50 km/h gehalten hätten. „Da fehlen mir dann auch die Argumente“, sagt Brill, der sich aber eine Verkehrsberuhigung der Straße wünscht. „Ich habe alles versucht, doch alle Vorschläge wurden abgelehnt“, sagt Brill.

Mit dem Amt des Bürgermeisters habe er automatisch auch die ortspolizeiliche Aufsicht, doch in dieser Funktion müsse er sich nach den Gesetzen und den Vorgaben der übergeordneten Stelle – in diesem Fall der Unteren Verkehrsbehörde – richten.

3.Verkehrsberuhigende „Möblierung“ aufstellen:
Gemeint sind damit kleine Hindernisse wie etwa Pflanzkübel oder Parkbuchten am Wegesrand, die die Verkehrsteilnehmer zwingen, langsamer zu fahren. „Dieser Vorschlag wird jetzt von mir mit der Verkehrsbehörde diskutiert“, sagt Brill. Allerdings hege er Bedenken, wenn die erlaubte Geschwindigkeit bei 50 km/h bleibe. „Nicht, dass wir Unfallschwerpunkte schaffen, wo es im Moment noch gar keine gibt.“ Für Ortsbeiratsmitglied Bernd Appel (FDP), der auch in der Bürgerinitiative Pro Südumgehung aktiv ist, sind die Blumenkübel nicht nur eine Frage der Verkehrsberuhigung, sondern sollen auch den dörflichen Charakter herstellen: „Eschwege plant so etwas ähnliches gerade für die Brückenstraße, ich verstehe nicht, warum das bei uns so schwierig ist“, sagt Appel.

4.Eine abknickende Vorfahrtstraße einrichten:
Die Idee war, an der Kreuzung Leipziger Straße zur Landesstraße 3467 Richtung Geismar eine abknickende Vorfahrtstraße in Richtung Umgehung einzurichten. „Damit wäre der Verkehr automatisch Richtung Umgehungsstraße gelenkt worden“, sagt Brill. Dies wurde seitens der Unteren Verkehrsbehörde mit der Begründung abgelehnt, dass aufgrund der Gewohnheit an dieser Stelle ein Unfallschwerpunkt entstehen würde und die Umsetzung ohne bauliche Maßnahmen nicht möglich sei.

„Durch die Öffnung der Verbindung Heiligenstadt zur B 249 ist ein zunehmender Verkehr, insbesondere der Lastwagen, durch das Dorf zurückgekehrt“, heißt es in einer Anfrage der FDP an die Gemeindevertretung. Appel verweist neben der hohen Verkehrsbelastung auch darauf, dass der Straßenuntergrund für so viele Lastwagen nicht ausgelegt sei und die Anwohner nicht zu unrecht Sorge haben, auf künftigen Sanierungskosten sitzen zu bleiben.

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