Aus Kostengründen

Friedaer Feuerwehrgerätehaus wird jetzt eingeschossig

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So soll es aussehen: Die Grafik zeigt den Neubau des Feuerwehrhauses in Frieda. Entgegen der bisherigen Planungen wird das neue Funktionsgebäude jetzt eingeschossig.

Frieda. Für das viel diskutierte Feuerwehrhaus in Frieda gibt es jetzt ein Planungsmodell. Um Kosten zu sparen wird das Gerätehaus jetzt eingeschossig.

Das Hessische Innenministerium in Wiesbaden hat der abgeänderten Planung von zweistöckig auf einstöckig am 11. Juli 2018 nach einem Besuch von Bürgermeister Gerhold Brill zugestimmt, ohne dass die Zuwendungshöhe gekürzt wird. Noch in diesem Jahr soll nun die Ausschreibung der Gewerke und die Vergabe für den ersten Bauabschnitt erfolgen. Im Sommer 2019 soll die Feuerwehr dann schon mit ihrem Fahrzeug in das neue Haus umziehen können.

Zeitplan

„Wir wollen die Arbeiten für die Feuerwehrgaragen und die komplette Hülle des Gebäudes einschließlich Funktions- und Sanitärräume noch in diesem Jahr vergeben“, erläutert Bürgermeister Gerhold Brill auf Nachfrage. „Danach werden in Eigenleistung die Funktions- und Sanitärräume im Innenausbau durch die Feuerwehr selbst hergestellt. Das Material wird von der Gemeinde gestellt. 2500 Stunden sind angesetzt“, ergänzt der oberste Dienstherr der Feuerwehren.

Kosten

Ernst Knoff – Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Frieda – freut sich, dass nun endlich die Bauantragsreife erreicht wurde und führt weiter aus, dass es die Feuerwehr war, die von sich aus der Gemeinde das Angebot gemacht hat zu helfen, um die Kosten von 980 000 Euro auf 600 000 Euro zu dämpfen. „Wir wollen doch keine goldenen Türklinken und keinen Marmor für die Sanitäreinrichtungen“, so der Chef der Friedaer Feuerwehr. Dass aber ein Feuerwehrhaus im Funktions- und im Sanitärbereich und auch vom Standort her den Anforderungen einer Einsatzfeuerwehr entsprechen müsse, dürfe seiner Meinung nach unbestritten sein. Fahrzeuggarage, Umkleideräume und Sanitärräume müssten auf einer Ebene liegen.

Vorarbeit

Am 28. September 2017 hatte das Meinharder Parlament den Bewilligungsbescheid des Landes Hessen zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf dem Parkplatz neben der Weinberghalle angenommen, jedoch den Gemeindevorstand beauftragt, den Bauentwurf so zu überarbeiten, dass die Baukosten 600 000 Euro nicht übersteigen. Der Gemeindevorstand hat dann zum Thema Feuerwehrhaus-Neubau Frieda eigens eine Kommission berufen. Vertreter des Gemeindevorstandes, der Feuerwehr, des Ortsbeirates und aller vier Fraktionen tagten in mehreren Sitzungen bis kurz vor den Sommerferien und erarbeiteten einen neuen Bauplan. Ernst Knoff und der Friedaer Wehrführer René Dittmann sind mit dem Ergebnis der Feuerwehrkommission zufrieden. „Mit dem Ergebnis können aber auch die Meinharder insgesamt und die Friedaer an sich zufrieden sein“, sagt Bürgermeister Gerhold Brill.

Bauarbeiten

Das in der ersten Planung zweistöckig geplante Gebäude wird nun einstöckig ausgeführt. Räumlichkeiten im Bestand der Weinberghalle gleichen die verloren gegangenen Flächen des zweiten Stockwerkes aus. Weitere Synergieeffekte mit der Weinberghalle werden genutzt. Die Feuerwehrgaragen mit über 100 Quadratmetern überdachter Fläche und der entsprechenden Infrastruktur wie Strom- und Wasseranschluss eröffnen auch zukünftig die Möglichkeit, Feste auf der dann komplett gepflasterten Außenfläche feiern zu können.

Bürgermeister Gerhold Brill freut sich über die Dorfgemeinschaft, die zusammen mit ihrem Ortsbeirat und ihrer Feuerwehr an einem Strang zieht: „Ein Feuerwehrhaus ist kein Vereinsheim, sondern eine technische Betriebsstätte, die den Anforderungen einer Einsatzabteilung in der technischen Hilfe und im Brandeinsatz innerhalb von zehn Minuten gerecht werden muss.“ Man brauche alle Feuerwehreinsatzkräfte mehr denn je in der Zukunft. „Dazu gehört aber auch, dass wir ihnen die notwendige Ausrüstung geben und sie anständig unterbringen.“

Mehr als das Doppelte an Einsätzen hat die Friedaer Feuerwehr leisten müssen, seitdem die Ortsumgehung gebaut worden ist.

Kriterien für die Standortsuche

• Ostanbau an Weinberghalle: Planungen zum Anbau an östlicher Seite der Weinberghalle müssen verworfen werden, da die notwendige Einstelllänge vor der Garage nicht vorhanden ist. Parkplätze für Einsatzkräfte sind darüber hinaus zu weit weg vom Feuerwehrhaus. • Bau auf Zollhausgrundstück: Planungen zum Neubau gegenüber der Weinberghalle am Zollhaus müssen verworfen werden, da die Fläche zu klein ist und die Tiefe des Grundstückes zu gering ist. • Feuerwehrfusion Frieda/Schwebda: Gemeinsamer Neubau eines Feuerwehrhauses zwischen Frieda und Schwebda wird von beiden Wehren abgelehnt. Weiterhin ist die Baugenehmigungsfähigkeit außerhalb der Ortslage fraglich und die Kosten liegen bei rund 1,9 Millionen Euro. • Bau im Neubaugebiet verhindert Synergieeffekte mit Weinberghalle und führt zu Bau-Mehrkosten. Darüber hinaus wird die wünschenswerte Kooperation der Feuerwehr im kulturellen Bereich mit der Dorfgemeinschaft geschwächt

Chronologie der Planungen

• 2010: Technischer Prüfdienst des Landes Hessen bemängelt Zustand des Feuerwehrgerätehauses Frieda

• 2012: Gemeindevertretung stimmt Bedarfs- und Entwicklungsplan der Meinharder Feuerwehren mit der Maßgabe zu, dass sobald als möglich ein Neubau des Feuerwehrhauses durchgeführt werden soll

• 2015: Technischer Prüfdienst bemängelt erneut Zustand des Feuerwehrgerätehauses Frieda und droht mit Schließung.

• 2016 - 2017: Feuerwehr, Ortsbeirat und Bürgermeister prüfen zusammen mit Architekturbüro verschiedene Standorte für den Neubau eines Feuerwehrhauses

• 28. September 2017: Gemeindevertretung stimmt Annahme des Bewilligungsbescheides zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf dem Parkplatz an der Weinberghalle zu. Gemeindevorstand muss Planungen überarbeiten und die Kosten von 980 000 Euro auf 600 000 Euro absenken

• 12. Oktober 2017: Zuwendungsbescheid des Landes Hessen über 152 400 Euro geht bei der Gemeinde ein. Dazu addieren sich 15 240 Euro vom Landkreis. Das entspricht einer Gesamtförderung von 167 640 Euro.

• 13. Dezember 2017: Feuerwehrkommission nimmt Arbeit auf. • 12. Juni 2018: Feuerwehrkommission beschließt einstimmig, die veränderten Planungen umzusetzen – aus zweistöckig wird einstöckig. 2 500 Stunden Eigenleistung werden geplant.

• 11. Juli 2018: Innenministerium stimmt geänderter Planung zu - Zuwendungszusage bleibt unverändert bestehen. • 16. Juli 2018: Gemeindevorstand beschließt, Bauantrag zu stellen.

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