Friedas Ortsvorsteher Genau legt nach Umpflanzung eines Baumes sein Amt nieder

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Auslöser: Die Umsetzung des Franzosenbaumes in Frieda.

Friedas Ortsvorsteher Christian Genau hat seine Amtsniederlegung angekündigt. Ein Auslöser war offenbar Uneinigkeit im Ortsbeirat über den Umgang mit dem sogenannten Franzosenbaum.

Zur Sitzung des Ortsbeirates am kommenden Dienstag, 11. Juni, will der 39-Jährige seinen Posten als Vorsteher des Ortsbeirates, den er seit 2015 innehat, zur Verfügung stellen – sein Mandat in dem Gremium will er allerdings behalten.

Christian GenauOrtsvorsteher von Frieda

Bei dem Baum handelt es sich um eine Erle, die Freunde aus dem französischen Courçon d’Aunis 2012 ihren deutschen Freunden in Frieda geschenkt hatten und der bisher neben der Weinberghalle stand. Doch schon länger war klar: Der Baum muss dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses weichen. Deshalb suchten der Partnerschaftsverein und Ortsbeirat eine Lösung. „Wir waren uns einig, dass der Platz neben dem Haupteingang ein würdiger Platz für den Freundschaftsbaum ist“, sagt Tina Pfeiffer, Vorsitzende des Vereins und ebenfalls Mitglied im Ortsbeirat. Gemeinsam mit dem Heimatverein und der Gemeinde fand am 15. Mai dieses Jahres die Umsetzung dieses sogenannten Franzosenbaumes statt.

Doch Ortsvorsteher Genau hatte kurz zuvor per E-Mail die Umsetzung des Baumes „untersagt“, berichtet Tina Pfeiffer. Sie habe daraufhin noch mal schriftlich die Mitglieder des Ortsbeirates um ein Votum gebeten, das klar mehrheitlich zugunsten der Umsetzung ausfiel.

„Das war der Tropfen, der für mich das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, sagt Genau. Er begründet seine Amtsniederlegung aber „mit mehreren Faktoren, die eine Rolle spielen“ – unter anderem gesundheitliche. Nach Einschätzung von Meinhards Bürgermeister Gerhold Brills „habe Genau sich in seiner Arbeit nicht ausreichend wertgeschätzt gefühlt.“

Zu der öffentlichen Sitzung des Ortsbeirates kommende Woche will Christian Genau selbst nicht anwesend sein. Dafür sind aber alle Friedaer Vereinsvorsitzenden geladen. „Über mich sollen der Ortsbeirat und die Vereine unter sich beraten“, sagt Genau gegenüber der WR. Bürgermeister Brill hingegen wagt eine Prognose zum Ausgang der Sitzung: „Ich denke nicht, dass der Ortsbeirat einknicken wird und zu Kreuze kriecht.“

Wenn Genau sein Amt niederlegt, muss der Ortsbeirat aus seiner Mitte einen neuen Ortsvorsteher wählen.

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