Vorläufiger Insolvenzverwalter will den Betrieb aufrecht erhalten

Friedola: Sanierung ist das Ziel

Frieda. Kurz vor Weihnachten musste der Hersteller der berühmten orangefarbenen Schwimmflügel - die Firma Friedola aus Meinhard-Frieda - Insolvenz anmelden. Am Mittwoch war der vorläufige Insolvenzverwalter vor Ort.

„Das ist eine echte Tragödie für Meinhard“, sagte Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill, als ihn die Nachricht der Insolvenz von Friedola am Tag vor Weihnachten erreichte. Die bange Frage, die er sich – genau wie die 383 Mitarbeiter – derzeit stellt: Wie geht es nun bei Friedola weiter? Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der gleichnamigen Kanzlei Flöther & Wissing aus Fulda, der vom zuständigen Amtsgericht Eschwege als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde, stellte sich am Mittwoch während einer Betriebsversammlung den Fragen der Mitarbeiter.

So Sieht es Aktuell aus 

Konkrete Angaben, wie genau es mit dem kunststoffverarbeitenden Betrieb, der vor allem für Tischdecken und die orangefarbenen Schwimmflügel bekannt ist, weitergeht, konnte auch Flöther noch nicht machen. Er verschafft sich derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage und die Zukunftsaussichten. Allerdings gibt es auch eine positive Botschaft: „Erst einmal geht der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiter.“ So heißt es in der offiziellen Pressemitteilung seiner Kanzlei zum Insolvenzverfahren bei Friedola. Vorrangiges Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und verschiedene Sanierungsoptionen zu prüfen.

So gibt es wieder Gehalt

 Weitere positive Nachricht des Tages: Die Gehälter der 383 Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Da bereits seit November die Gehälter nicht mehr gezahlt wurden, wurden die Anträge auf Insolvenzgeld auch rückwirkend gestellt. Was für die Mitarbeiter, die so endlich an ihr Geld kommen gut ist, kann den Insolvenzverwalter allerdings vor ein Problem stellen: Denn damit hat er lediglich bis Ende Januar Zeit, ein tragfähiges Konzept aufzustellen und im besten Fall einen Investor für Friedola zu finden. Die Mitarbeiter von Friedola arbeiten derzeit hochmotiviert mit, damit bis Februar ein Konzept steht.

So kam es zur Krise

Unter dessen wurden weitere Details bekannt, warum das seit Jahren krisengeschüttelte Unternehmen jetzt den Insolvenzantrag stellen musste: So sei es, laut Flöther & Wissing, zu der sowieso schon angespannten Lage noch zu Verzögerungen bei Zahlungseingängen gekommen. Zugleich seien zwei für die Produktion wichtige Maschinenanlagen wegen Schäden teilweise komplett ausgefallen. „Dies führte jeweils zu entsprechenden Umsatzeinbrüchen und dem Unternehmen gelang es nicht, die daraus resultierende Liquiditätslücke zu schließen“, teilen Flöther & Wissing mit. Der Umsatz von Friedola lag laut der Kanzlei 2014 und 2015 bei rund 50,4 Millionen Euro.

So geht es weiter

Flöther werde nun, heißt es seitens seiner Kanzlei, in enger Zusammenarbeit mit der bisherigen Geschäftsführerin Désirée Derin-Holzapfel den Betrieb weiterführen und versuchen, in Absprache mit den Gläubigern ein Sanierungskonzept zu erstellen, um das Unternehmen Friedola zu erhalten.

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