Festvortrag und kulturelle Auftritte beleben das ausverkaufte Bürgerhaus

750-Jahre Grebendorf: Frivole Details begeistern

Die frivolen Details kamen besonders gut an. Wenn Historikerin Kristin Weber in ihrem Festvortrag pikante Details aus der Geschichte Grebendorfs auspackte, war das Gelächter groß. Sie hatte herausgefunden, dass im 17. Jahrhundert in der Dorfschänke am Anger täglich 21 Liter Bier und 2,5 Liter Branntwein ausgeschenkt wurden.

Dazu gab es damals vier alleinstehende Frauen in dem Dorf. Welchen Zweck die erfüllten, sei nicht überliefert, beflügele aber die Phantasie, erzählte Weber.

Der Vortrag über Grebendorf zur urkundlichen Ersterwähnung 1262 und das Leben im Mittelalter waren der Höhepunkt des Heimatabends am Donnerstag im proppevollen Bürgerhaus. Über 300 Gäste aus Grebendorf und der Umgebung kamen, um zu sehen, was das Dorf kulturell zu bieten hat. Besonders musikalisch bietet Grebendorf ein Füllhorn von Angeboten. Die Jagdhornbläser, die Meinhardschule, Kirchenchor, Chorgemeinschaft Frieda/Grebendorf, das Trompetencorps und die Landfrauen sangen oder instrumentalisierten. Dieter Kabacinski gab sein „Sandhasen-Gedicht“ zum Besten, Gitta Martin brachte einen Sketch in Grebendorfer Mundart.

Harald Schädler überbrachte die Glückwünsche der Gemeindevertretung, Jestädts Ortsvorsteher Gerhold Brill gratulierte erfrischend kurz für alle sechs anderen Meinharder Ortsteile, Ortsvorsteher Willi Jakal wünschte allen Sandhasen einen fröhlichen Verlauf des Jubiläums. Landrat Stefan Reuß übermittelte die Grüße von Kreis und Kreistag.

Schirmherr und Bürgermeister Hans Giller fragte in seiner Festrede, ob man solch ein Jubiläum überhaupt feiern müsse. „Man muss“, gab er selbst die Antwort. Die Weitergabe von Geschichte sei wichtig, um aus der Vergangenheit zu lernen. Ein hervorragendes Beispiel dafür sei die Chronik „750 Jahre Grebendorf“, die der Arbeitskreis Geschichte mit Hilfe einiger Fremdautoren in einer Auflage von 800 Stück herausgebracht hat. Auf 480 Seiten sei jetzt alles Wissenswerte über Grebendorf überliefert, das auch in Jahrhunderten noch Bestand habe. Giller dankte den drei Säulen des Dorfjubiläums. Der Festausschuss, der Verein für Kultur und Tradition und der Arbeitskreis hätten aufopferungsvoll dieses Fest geplant. Jeder, der nicht mitfeiere, verpasse etwas.

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