50.000 Euro teure Lärmschutzwand

Fußball nervt Anwohner: Lärm durch Spielbetrieb kann für Meinhard teuer werden

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Zu laut: Ein Anrainer klagt gegen die Gemeinde wegen Belästigung durch den Sportplatz in Frieda .

Der Bau einer aufwändigen Lärmschutzwand für zirka 50.000 Euro könnte für die die Gemeinde Meinhard  möglicherweise die einzige Lösung sein, den Spiel- und Trainingsbetrieb von Hessens ältester Fußball-Spielgemeinschaft, der SG Frieda/Schwebda/Aue (FSA) zu retten.

Grund ist die Klage eines direkten Anrainers des Sportplatzes in Frieda gegen die Gemeinde wegen Belästigung durch Lärm und Geruchsemissionen, die von dem Sportplatz ausgehen.

Der Platz ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges Heimat der Spielgemeinschaft und des Friedaer Sportvereins. „Ich sehe es als realistisch an, dass wir den Lärmschutz bauen müssen“, sagt Meinhard Bürgermeister Gerhold Brill. Auch die Juristen des Städte - und Gemeindebundes hätten der Gemeinde geraten, eine Lösung im Sinne der Kläger zu finden, „weil wir den Platz sonst stilllegen müssen.“

Vom Spielbetrieb gestört 

Das Ehepaar, das vor einigen Jahren in das Einfamilienhaus am Sportplatz gezogen war, fühlt sich nach Auskunft Brills vom Spielbetrieb gestört, vor allem an den Wochenenden finden während der Saison hier nicht selten mehre Spiele hintereinander statt, danach feiern Sportler und Fans gemeinsam. An der Willi-Flügel-Halle, einem Flachbau, der einige Büros, Umkleide- und Sanitäreinrichtungen beherbergt, grillten die Fußballer.

Gespräche zwischen der Anrainerfamilie, der Spielgemeinschaft und der Gemeinde, die den Platz an den Sportverein verpachtet hat, führten zu keiner Lösung, obwohl die SG FSA einen Teil der Spiele bereits nach Schwebda verlegt hat und den Grill umgestellt hat, private Feiern finden dort überhaupt nicht mehr statt. Doch Brill weiß: „Die Friedaer wollen auf lange Sicht auf keinen Fall nach Schwebda ausweichen.“

Überschreitung von 80 Dezibel 

Die Kläger haben Lärmmessungen aus ihrem Haus vorgelegt, die nach ihren Angaben zum Teil 80 Dezibel überschritten. Ein erster Gütetermin in Kassel ist bereits verstrichen, nun soll ein zweiter folgen. „Zuerst wollen wir aber ein unabhängiges Lärmgutachten“, sagt Brill.

Beim Friedaer Sportverein (TSV) ist der Zorn inzwischen groß. „Wenn wir den Spielbetrieb einstellen müssen, sehe ich, dass die SG FSA den Bach runtergeht“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Rautenhaus. „Wir sind bereit, vieles abzustellen, aber es kann nicht sein, dass eine Familie den gesamten Spielbetrieb lahmlegt.“ Die Familie selbst äußert sich nicht öffentlich, auf Anfrage der WR reagierte bisher sie nicht.

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