Stellungnahme des Vorsitzenden Rolf Eyrich

ÜWG Meinhard: "Werratalsee gehört uns nur zu zehn Prozent“

Grebendorf. Zwischen der Gemeinde Meinhard und der Stadt Eschwege herrscht Uneinigkeit über die Verteilung der Kosten für die Rettung des Werratalsees. Zur Situation am Werratalsee äußert sich jetzt auch der Vorsitzende der ÜWG Meinhard, Rolf Eyrich, in einer Stellungnahme und will damit auf die zahlreichen Leserbriefe und Stellungnahmen der vergangenen Zeit reagieren.

„Bezüglich der bisherigen Kommentare und Diskussionen bin ich verwundert“, sagt Eyrich. Bisher sei immer von einer 50/50-Aufteilung der Gemarkung ausgegangen. Tatsache sei aber, so Eyrich, dass Eschwege zu 90 und die Gemeinde Meinhard lediglich zu zehn Prozent Eigentümer des Sees sei. „Warum also sollen wir 50 Prozent der Kosten übernehmen, wenn uns lediglich zehn Prozent gehören?“, fragt sich der ÜWG-Vorsitzende.

Besonders vor dem Hintergrund der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde Meinhard gebe es keinen Spielraum, sich an der weiteren Finanzierung des Werratalsees zu beteiligen, betont Eyrich. Die Gemeinde sei verpflichtet, die Auflagen des Rettungsschirms zu erfüllen. Da im vergangenen Jahr unter anderem Einbrüche bei der Gewerbesteuer kompensiert werden mussten, habe die Gemeinde nachträglich Steuern und Gebühren erhöhen müssen, um die Auflagen des Schutzschirmvertrages zu erfüllen. „So sind unter anderem nicht nur die Gebühren für die Kindergärten enorm gestiegen, es wird sogar debattiert, einen der drei Kindergärten komplett zu schließen“, sagt Eyrich.

Rolf Eyrich

Dass das Vertragsziel 2015 überhaupt erfüllt werden konnte, sei lediglich durch die seitens der Gemeindeverwaltung gezogene Notbremse – der Haushaltssperre – gelungen. Zwar könne die Gemeinde in diesem Jahr den Verlust im Haushalt wohl etwas mindern, ausgeglichen sei er aber noch nicht. Im Gegenzug dazu hätte laut Eyrich die Stadt Eschwege einen Überschuss von rund einer halben Million Euro im Haushalt. Die Kreisstadt Eschwege habe nicht nur die höhere Wirtschaftskraft, sondern sei auch die größte Nutznießerin des Sees, betont Eyrich. Er ist verärgert, dass nun alle auf Meinhard zeigen würden, wobei die Gemeinde mit der Sanierung der Kanäle in Schwebda bereits einen großen Beitrag geleistet habe.

„In den vergangenen vier Jahren hat Meinhard rund eine Million in die Sanierung der Kanalisation im alten Ortskern von Schwebda investiert“, sagt Eyrich. Die damaligen Gutachten hätten aufgezeigt, dass ein Großteil des Algenproblems im See durch Schadstoffe aus der defekten Kanalisation ausgelöst worden sei. Seiner Meinung nach liege das viel größere Problem allerdings in der Wasserstandssenkung für die Regattastrecke. Laut Eyrich sei nun die finanzstärkere Kreisstadt am Zug. Gegebenenfalls könnten Mittel, wie etwa die zum Ausbau des Schlossplatzes in Eschwege, in den Werratalsee investiert werden, schlägt Eyrich vor: „Der Schlossplatz ist in Ordnung, der Werratalsee aber nicht.“ 

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