„Große Aufgaben reizen mich“

Gemeindebrandinspektor Björn Reichelt ist geprägt von Verantwortung

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Gemeindebrandinspektor Björn Reichelt: Er führt die Meinharder Feuerwehren seit 2013 und war zuvor vier Jahre als Stellvertreter tätig.

Schon mit 16 Jahren war Björn Reichelt aus Jestädt Jugendfeuerwehrwart. Heute steht er aan der Spitze der sieben Meinharder Feuerwehren. Ein Porträt.

Große Aufgaben waren für ihn schon immer reizvoll, was nicht zuletzt an seinem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein liegt. Und er geht keinem Problem aus dem Weg. So lässt sich leicht erklären, dass Björn Reichelt aus Jestädt schon mit 16 Jahren als Jugendfeuerwehrwart fungierte. Schon damals - 1997 - nahm seine Feuerwehrlaufbahn feste Konturen an, die den heute 38-Jährigen bis an die Spitze der sieben Meinharder Feuerwehren führten. Im Februar 2013 wurde er zum Gemeindebrandinspektor gewählt und 2018 für fünf weitere Jahre im Amt bestätigt.

Im Mai 1981 erblickte Björn Reichelt, den es mit der Familie 1991 von Eschwege nach Jestädt zog, das Licht der Welt. Nach dem Abschluss der Berufsfachschule, der Ausbildung zum Elektroinstallateur und einer zweijährigen Bundeswehrzeit begann er bei der Firma Präwema in Eschwege, wo er auch heute noch tätig ist.

Durch Bruder zur Wehr

„Zur Feuerwehr bin ich 1994 durch meinen Bruder Thomas gekommen, der mich permanent motivierte. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Bereits 1996 habe ich die Kriterien der Jugend-Leistungsspange erfüllt und ein Jahr später bis 2009 den Posten des Jugendwartes übernommen“, so Björn Reichelt beim WR-Gespräch. Bereits mit 17 wechselte er in die Einsatzabteilung.

Die Voraussetzungen, dass er von 2007 bis 2013 Gruppenführer in der Jestädter Wehr war, hat er sich aufgrund von zahllosen Lehrgängen geschaffen. Was mit dem Grundlehrgang begann, setzte sich über Truppführer- und Sprechfunk- (1999), Maschinisten- (2000), Atemschutzgeräteträger- (2003 und 2005) und Gruppenführerlehrgang (2006) fort. 2007 kam die technische Hilfeleistung bei Bau- und 2008 von Verkehrsunfällen hinzu, dem die Schulungen zum Zugführer (2010), Leiter von Feuerwehren sowie vorbeugender Brandschutz für Führungskräfte (jeweils 2011) folgten. 

„Das war noch lange nicht alles, mit zahlreichen Fortbildungsseminaren habe ich mich immer auf den neusten Stand gebracht“, sagt Björn Reichelt, der bereits 2009 dem Ruf von Gemeindebrandinspektor Alexander Pfister folgte, dem der Stellvertreter, salopp ausgedrückt, abhanden kam. Und so ernannte mich Bürgermeister Hans Giller zunächst kommissarisch als Stellvertretender, ehe die Personalie bei der Jahreshauptversammlung der Meinharder Wehren in 2010 offiziell bestätigt wurde. So habe ich vier Jahre an der Seite von Alexander Pfister gestanden, um ihn dann 2013 zu beerben“, weiß Björn Reichelt in seiner Amtszeit von heiklen Rettungsaktionen zu berichten.

Gleich ins kalte Wasser

„Allen voran der Brand am 23. Dezember 2009 in Frieda, als wir einen Tag vor Weihnachten ein Todesopfer beklagen mussten und ich, gerade im Amt, als Vize ins eiskalte Wasser geworfen wurde. Auch die Hochwasser 2011 und 2013 haben uns extrem gefordert, schließlich der Dachstuhlbrand Über den Höfen in Jestädt, der 2018 alle sieben Meinharder Feuerwehren auf den Plan gerufen hat sowie zwei Drehleitern“, spricht Björn Reichelt die schwierige Aufgabe an, die vielen Rettungskräfte zu einer Einheit zu verschweißen.

Mit derzeit 150 Aktiven, davon 23 Frauen, 55 Kinder und 60 Jugendliche ist Meinhard gut aufgestellt. „Ich möchte auch die gute Zusammenarbeit mit meinem Stellvertreter Benjamin Jahn, mit dem ich schon seit der Jugendfeuerwehrzeit eine enge Bindung pflege, hervorheben. Und wenn wir die Alters- und Ehrenabteilungen rufen, dann stehen sie uns unterstützend zur Seite“, weiß Björn Reichelt zu berichten.

Ganz wichtig ist ihm der Austausch mit den Wehrführern: „Sie sind ja quasi meine Abteilungsleiter, mit ihnen kommuniziere ich alle zwei Monate. Wir sprechen über Veranstaltungen, Beschaffungen oder den Bedarfsentwicklungsplan, der den Blick auf zehn Jahre voraus nötig macht.“ Auch nach Sitzungen beim Kreisbrandinspektor geht Björn Reichelt offensiv mit den Infos an seine Wehrführer um. Durchschnittlich 60 Einsätze in den Bereichen Brände, technische Hilfeleistungen (Verkehrsunfälle) und Brandsicherheitsdienste müssen die Meinharder Wehren jährlich bewältigen, das gute Ausbildungsniveau spiele, so Reichelt, dabei eine wichtige Rolle, wie auch bei den Brandschutzerziehungen in den drei Kindergärten.

Kooperation fördern

Auch für die Zukunft kündigt der GBI an, dass er die Zusammenarbeit mit den gemeindlichen Gremien, dem Bürgermeister, „der viel Verständnis für uns aufbringt“, und den Fraktionen suchen wird, denn es verlangen Fahrzeugbeschaffungen sowie die Gerätehäuser in Frieda und Schwebda intensive Kooperationen. Björn Reichelt weiß, dass er viel Verantwortung trägt, die er gerne erfüllt; was ihn aber stört, ist die wachsende Bürokratie, „die von uns immer mehr verlangt.“

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