Bürgerversammlung zu Braunrod

Grebendorf: Enttäuschung über Zerstörung des Lebensraumes Braunrod

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Fragte nach Alternativen zur Verfüllung: Karl Jeanrod.

Grebendorf. Die Debatte war hochemotional: Etwas über 100 Menschen waren am Dienstagabend im Bürgerhaus Grebendorf, um sich über die Verfüllungspläne der Firma Oppermann in der ehemaligen Sandgrube Braunrod zu informieren.

"Was tut eigentlich die Obere Naurschutzbehörde für den Naurschutz?" Diese Frage einer enttäuschen Zuhörerin brachte den Frust der Anwohner und Naturschützer an diesem Abend auf den Punkt. Sie waren in der Hoffnung zur Bürgerversammlung gekommen, die Pläne zur Vefüllung der Grube in Braunrod noch verhindern zu können und wurden herb enttäuscht. Die Firma Oppermann, die bis 1996 in Braunrod Sand abgebaut hat, möchte die Grube mit Abraum aus dem A-44-Bau bei Wehretal auffüllen, um die Sicherheitsauflagen zu erfüllen und so aus der Bergaufsicht entlassen werden zu können. "Wir haben an der Ausschreibung zur Abnahme des Abraums teilgenommen, aber noch keine Zusage", betonte Kurt Koppetsch von der Firma August Oppermann.

Die Naturschützer bemängeln die Zerstörung eines natürlichen gewachsenen Biotops, Anwohner haben Sorge wegen der hohen Belastung durch den Lkw-Verkehr. Kurt Koppetsch und sein Kollege Arnd Heringhaus von der Firma Oppermann erläuterten die Verfüllungspläne und Arno Schütz von der Oberen Naturschutzbehörde sowie Jürgen Elborg vom Bergamt am Regierungspräsidium Kassel erklärten die rechtlichen Grundlagen. Das Ergebnis kurz zusammengefasst: Die ehemalige Sandgrube Braunrod wird in jedem Fall zugeschüttet. Alle vom Publikum vorgeschlagenen Alternativen wurden von den Behördenvertretern sachlich widerlegt. "Zur Verfüllung gibt es keine Alternative", war de einhellige Tenor.

Grebendorf: Bürgerversammlung zur Verfüllung der Sandrube Braunrod

Auch die Sorgen um die Belastung für die Straßen - etwa 30 Tage lang werden tagsüber etwa alle zehn Minuten Lastwagen den Abraum aus der A-44-Baustelle bei Wehretal durch Grebendorf nach Braunrod transportieren - wurden zurückgewiesen. Peter Wöbbeking, regionaler Bevollmächtigter von Hessen Mobil, rechnet nicht mit größeren Schäden: "Es handelt sich bei 32-Tonnern um ganz normalen Verkehr, für den unsere Straßen ausgelegt sind,  auch wenn das aufkommen kurzfristig höher ist", sagt er und fügt an: "Wir werden das aber beobachten." Turnusgemäß sei eine Sanierung der Ortsdurchfahrt in Grebendorf nicht vor dem Jahr 2023 an der Reihe.

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