Flucht mit Happy End

Fazel Said aus Afghanistan bekommt unbefristete Stelle als Koch bei der Werraland-Beschäftigungsgesellschaft

Glücksfall für beide Seiten: Fazel Said (rechts) erhält einen unbefristeten Arbeitsvertrag im Restaurant Kochsberg und damit eine Zukunft in Eschwege. Ayman Karime, Bereichsleiter Gastronomie der Werraland-Beschäftigungsgesellschaft, bekommt einen motivierten Mitarbeiter.
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Glücksfall für beide Seiten: Fazel Said (rechts) erhält einen unbefristeten Arbeitsvertrag im Restaurant Kochsberg und damit eine Zukunft in Eschwege. Ayman Karime, Bereichsleiter Gastronomie der Werraland-Beschäftigungsgesellschaft, bekommt einen motivierten Mitarbeiter.

Grebendorf – Der 25-jährige Fazel Said ist aus Afghanistan nach Eschwege geflohen. Jetzt wird er bei der Werraland-Beschäftigungsgesellschaft unbefristet als Koch eingestellt.

Seine Lebensgeschichte ist traurig und erfreulich in einem. Was Fazel Said mit 25 Jahren bereits alles erlebt hat, reicht eigentlich schon für ein ganzes Leben. Flucht aus Afghanistan, alleine durch halb Europa, Ankunft in Eschwege und trotz Ausbildungsplatz die Abschiebung. Jetzt zeichnet sich ein Happy End ab.

„Ich wollte Menschen kennenlernen in Eschwege und vor allem die deutsche Sprache lernen“, blickt Fazel Said auf seine Anfänge in Eschwege zurück. Sein Deutsch wurde schnell besser, über neu gewonnene Freunde kam der Kontakt zur Werraland-Beschäftigungsgesellschaft (Webeg) zustande. Geschäftsführer Gerd Hoßbach erinnert sich: „Es hat mich tief beeindruckt, wie gut Fazel schon nach kurzer Zeit deutsch sprach und wie gewillt er war, sich in Eschwege eine Zukunft aufzubauen.“ Die Folge war ein Ausbildungsvertrag zum Koch im Restaurant Kochsberg, das von der Webeg betrieben wird. 

Trotz Ausbildung drohte die Abschiebung

Alles gut bis hierhin, sollte man meinen. Leider war dem nicht so. Denn trotz begonnener Ausbildung, erlernter Sprache und eigener, kleiner Wohnung in der Eschweger Altstadt drohte dem damals 23-Jährigen die Abschiebung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Der junge Mann und auch sein Arbeitgeber verstanden die Welt nicht mehr. „Ich konnte nicht zurück, die Taliban hätten mich umgebracht“, sagt Fazel Said. Und Gerd Hoßbach sprach das aus, was alle Werraland-Kollegen dachten: „Das kann nicht wahr sein, besser als Fazel kann sich ein Mensch doch gar nicht integrieren.“ Dank des großen Einsatzes von Waltraud Eisenträger-Tomcuk, die Fazel seit seiner Ankunft in Eschwege begleitete, konnte die Abschiebung verhindert werden.

Am meisten war darüber natürlich der Betroffene selbst erleichtert, aber auch Kollegen und Vorgesetzte der Webeg waren überglücklich. „Fazel Said ist ein guter Koch geworden und bringt eine hohe Eigenmotivation mit“, sagt Ayman Karime, der Gastronomie-Bereichsleiter der Webeg. Nach bestandener Abschlussprüfung folgte jetzt für Fazel Said der nächste große Glücksmoment – die unbefristete Festanstellung als Koch auf Kochsberg. „Mein Ziel war von Anfang an, mir in Eschwege eine Zukunft aufzubauen. Dank der großen Unterstützung im Job durch Gerd Hoßbach, Ayman Karime und meiner Kollegen habe ich das auch geschafft“, so ein glücklicher Fazel Said.

„Fazel ist ein Paradebeispiel für gelungene Integration. Wir freuen uns sehr für ihn, aber auch für uns, denn mit Fazel haben wir einen tollen Kollegen und guten Koch in unserem Team“, sagt Geschäftsführer Gerd Hoßbach.  

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