„Es gibt gefühlt einen Ökowahn“

Landwirte demonstrieren in Grebendorf gegen Reglementierung

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Über allem das grüne Kreuz: Landwirte aus dem Kreis demonstrierten am Freitag in Grebendorf gegen die Politik der Bundesregierung.

Deutschlandweit gingen am Freitag wieder Tausende Bauern auf die Straße, um für bessere Bedingungen in der Landwirtschaft zu demonstrieren. Anlass war die derzeit in Berlin stattfindende Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“.

Auch im Werra-Meißner-Kreis wurde demonstriert. Über 100 Traktoren rollten am Freitagabend nach Grebendorf, wo sich die Landwirte aus dem Kreis am Ortseingang trafen. „Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt, Verordnungen werden dauernd geändert, die uns Landwirten das Leben noch schwerer machen“, erklärt Bauer Christian Menthe aus Grebendorf, der die Demo mitorganisiert hat. Das sei ein Grund, warum es immer weniger vollerwerbstätige Landwirte im Kreis gibt. „In Meinhard sind wir noch vier“, so Menthe.

„Die Landesregierung versucht, aus Hessen eine Ökomodell-Regierung zu machen, wir sollen bis 2050 70 Prozent mehr produzieren, sollen dafür aber immer weniger Düngemittel verwenden. Das klappt so alles nicht“, erklärt Tobias Wagner, Vorsitzender der Bewegung „Land schafft Verbindung“ in Hessen.

„Es gibt gefühlt gerade einen Ökowahn"

„Es gibt gefühlt gerade einen Ökowahn, da kommen wir als Landwirte nicht hinterher“, stellt Wagner fest. Für die Landwirte steht die Gesetzgebung konträr zur Praxis und den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auch bei den Pflanzenschutzmitteln bekommen die Landwirte eine harte Reglementierung: „Raps ist eine der Hauptnahrungsquellen für Bienen und Insekten, wir können aber keinen Raps mehr anbauen, weil wir keine Pflanzenschutzmittel mehr benutzen sollen.“ Zudem sei Raps wichtig für Speiseöl und Futter für die Tiere, alternativ müsse dann Soja aus dem Ausland importiert werden, so Wagner.

„Glyphosat ist eines der ungefährlichsten Pflanzenschutzmittel, die wir haben. Ohne dessen Einsatz müssen wir den Boden zwei- bis dreimal mehr bearbeiten, dadurch werden Produkte wieder teurer“, sagt Wagner.

Versorgung vor Ort sichern 

Auch Landrat Stefan Reuß war am Freitag vor Ort: „Die Landwirte machen zu Recht darauf aufmerksam, dass es ein Miteinander geben sollte, auch zwischen den Bio- und konventionellen Landwirten.“ Für den ländlichen Raum sei die Landwirtschaft sehr wichtig und würde die Versorgung vor Ort sichern. „Wohin soll sich die Landwirtschaft in den kommenden Jahren entwickeln? Wir sind auf sie angewiesen“, so Reuß.

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