Chor hatte sich im November aufgelöst

Grebendorf: Männergesangverein spendet Fahne ans Heimatmuseum

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Haben die Fahne des Männergesangvereins Grebendorf im Heimatmuseum Meinhard aufgehängt: der ehemalige Fahnenwart Gerhard Weyh (von links), Museumsleiter Erwin Heuckeroth und sein Stellvertreter Fritz Sippel sowie Volker Büchner und Helmut Stück vom ehemaligen Männergesangverein.

Grebendorf/Schwebda. Die Fahne des im November aufgelösten Männergesangvereins Grebendorf hat eine neuen Platz gefunden: das Heimatmuseum Schwebda.

Es war sein letzter Einsatz für die Fahne des Männergesangvereins Grebendorf: Fahnenwart Gerhard Weyh hat den 106 Jahre alten Banner an seinem neuen Standort im Heimatmuseum Meinhard in Schwebda aufgehängt. 

Der Männergesangverein Grebendorfhatte sich im November wegen Mitgliedermangels aufgelöst. „Zuletzt waren es nur noch neun aktive Sänger, das war einfach zu wenig“, sagt der ehemalige Sänger Helmut Stück.

Fahne im Jahr 1906 gestiftet

Die Vereinsfahne mit der Beschriftung „Dem Wahren, Guten, Schönen, soll unser Lied ertönen“ wurde im Jahr 1906, fünf Jahre nach der Gründung des Gesangvereins, vom Ehepaar Schilbe anlässlich ihrer Silberhochzeit gestiftet. „Dass sie bis heute so gut erhalten ist, haben wir auch unserem Fahnenwart Gerhard Weyh zu verdanken“, sagt Stück. 

Geweiht wurde die Fahne dann am 27. August 1911 vom damaligen Pfarrer Adolf Schwedes unter der Friedenseiche in Grebendorf, die der Kriegerverein anlässlich seines 30-jährigen Bestehens im Jahr 1905 an der Gabelung Schwebdaer- und Eschweger-Straße gepflanzt hatte.

„Pfarrer Schwedes war eine Größe in Grebendorf und ist auch heute noch vielen Menschen in Erinnerung“, sagt Stück. Mit seiner Pensionierung zog Pfarrer Schwedes dann in sein Haus in der Ernst-Metz-Straße in Eschwege. Am 26. März 1942 starb der Pfarrer, seine Grabstätte ist heute noch auf dem Eschweger Friedhof zu finden.

Er hatte 13 Kinder und zahlreiche Enkel. Seinem Enkel Ludwig Schwedes ist es zu verdanken, dass die Weihrede heute noch erhalten ist. „Er hatte im Jahr 1982 die Rede in Schreibmaschinenschrift Helmut Buchbach überreicht, der damals Ehrenvorsitzender des Gesangvereins war“, sagt Stück. So ging Schwedes in seiner Rede unter anderem auf die verschiedenen Anlässe des Singens ein wie etwa im Gottesdienst, bei Volksfesten oder privat, wenn die Mutter ein Schlaflied für die Kinder anstimmt: „Ohne Sang und Klang, was wäre unser Leben.“

Die Männer des Gesangvereins waren von Beginn an stolz auf ihre Fahne und so sangen sie unter anderem zum Weihfest: „Nun endlich ist der frohe Tag erschienen, den wir so lange schon ersehnt, wo Sänger heut mit einem Banner, durch güt’gen Stifters huld belehnt.“

Neuer Platz im Heimatmuseum Meinhard

Schwebdas ehemaliger Ortsvorsteher und stellvertretender Leiter des Heimatmuseums Meinhard, Fritz Sippel, und der Leiter des Heimatmuseums, Erwin Heuckeroth, haben es ermöglicht, dass das letzte „Überbleibsel des Männergesangvereins“, wie Helmut Stück es nennt, jetzt seinen Platz im Heimatmuseum gefunden hat.

 „Hier können die ehemaligen Mitglieder ihre Fahne jederzeit besuchen und dabei natürlich auch einen Streifzug durch unser schönes Heimatmuseum machen“, sagt Heuckeroth.

Heimatmuseum Meinhard seit 1989

1989 wurde das Heimatmuseum Meinhard eröffnet. Es befindet sich im ersten und zweiten Geschoss des ehemaligen Haferbodens über der alten, noch funktionstüchtigen Beschlagschmiede des Rittergutes in Schwebda, Lindenanger 100. 

In seinen fünf Ausstellungsräumen wird die vergangene dörfliche Kultur der Region veranschaulicht. Geöffnet ist das Museum vom 1. April bis 31. Oktober an jedem ersten Samstag im Monat von 14 bis 17 Uhr sowie nach Absprache unter Tel. 05651/50659.

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