Grebendorfer In-Kneipe Klamotte nach 26 Jahren vor dem Aus

Ein Haus mit Tradition: In dem 1992 von grundauf sanierten Fachwerkhaus war nicht immer eine Kneipe untergebracht. Früher arbeitete hier ein Schuster, wie (von links) Henrik Stelzner (Brauerei), Wirt Matthias Mengel und Eigentümer Horst Henning demonstrieren. Foto: Stück

Grebendorf. Es ist die Kneipe mit Atmosphäre in Grebendorf. Dieses Motto hat sich die Klamotte zu Beginn vor 26 Jahren selbst gegeben und bis heute beibehalten. Innen wie außen strahlt die Dorfkneipe Gemütlichkeit aus. Doch sie hat ein Problem. Ab Sonntag fehlt ein Pächter, der sie betreibt.

Matthias Mengel war 15 Jahre lang der Wirt in der Klamotte. Jetzt will der 55-Jährige sich noch einmal beruflich umorientieren. „Ich bin in einem Alter, in dem ich mich nach geregelten Arbeitszeiten tagsüber sehne“, sagt Mengel. Leichtgefallen sei ihm der Schritt nicht. Immerhin war Mengel Anfang der 1990er Jahre ein Mann der ersten Stunde der Kneipe mit Atmosphäre.

Wie Miteigentümer Horst Henning an das Gebäude, in dem heute die Kneipe untergebracht ist, gekommen ist, klingt nach einer echten Schnapsidee. Ein Kunde interessierte sich in seiner Autowerkstatt für einen Wagen, hatte aber kein Geld, um es zu bezahlen. Da bot er ihm kurzerhand sein Haus in der Oberen Dorfstraße an. Das stand bereits seit einem Jahrzehnt leer und begann zu verfallen. Doch der Handel kam zustande – weil Henning und die anderen drei Miteigentümer die Idee von der Kneipe mit Atmosphäre hatten. Mit viel Eigenleistung bauten sie das Haus von grundauf neu. Komplett entkernt hielt nur noch das Balkenkonstrukt das windschiefe Häuschen. Auch so eine Geschichte: Mit dem eigenen Pickup schoben die Handwerker das denkmalgeschützte Gebäude von 1670 wieder ins Lot.

Eines der ältesten Häuser Grebendorf, in dem auch mal eine Schusterwerkstatt untergebracht war, hat also einiges zu erzählen. Und seit der Eröffnung der Kneipe im August 1992 sind einige Anekdoten hinzugekommen. Samstag könnte das Kapitel aber zugeschlagen werden. Dann öffnet Matthias Mengel zum letzten Mal und hofft auf viele Besucher zum Abschied. Einen Nachfolger haben die Eigentümer und die Brauerei noch nicht gefunden. Die Gaststätte auf drei Ebenen hat rund 100 Quadratmeter Grundfläche und im Inneren rund 50 Sitzplätze. Im Sommer kommt der Biergarten noch dazu. Freitags, wenn es frische Bratwurst vom Holzkohlegrill gibt, ist hier immer was los. Sorgen machen sich auch die Stammtische und Sparclubs sowie die Bayern-Fanclubs Stern des Südens und Bayernfront. Wenn Matthias Mengel Samstagnacht abschließt, wird ihnen und vielen Gästen ein Stück Atmosphäre fehlen. • Kontakt: Horst Henning, 0171/7 75 00 30

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