Bürgerinitiative Pro-Südumgehung Frieda kämpfte zwölf Jahre für ihren Heimatort

„Haben nie locker gelassen“

Noch ist der Rücken weiß: Aber nicht mehr lange, denn Bernd Appel, Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro-Südumgehung, will die Unterschriften der Unterstützer hinten aufdrucken lassen. Foto: Rissmann

Frieda. Zwölf Jahre haben sie unermüdlich für den Bau der Südumgehung um den Meinharder Ortsteil Frieda gekämpft - und der Einsatz der Bürgerinitiative Pro-Südumgehung (BI) hat sich gelohnt. Am Mittwoch war Spatenstich für die 2,2 Kilometer lange Ortsumfahrung .

„Wir haben nie locker gelassen und alle Parteien mit ins Boot geholt“, sagte der Vorsitzende der BI, Bernd Appel. Gerade in der überparteilichen Lobbyarbeit sieht Appel auch den Erfolg der BI. Er erinnert sich noch gut zurück an das Jahr 2000, als er das erste Mal beim damaligen hessischen Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) saß, um das Anliegen voranzutreiben. Posch hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen und war zum Spatenstich angereist. „Die Ortsdurchfahrt ist eng, unübersichtlich mit wenigen Querungsmöglichkeiten bei viel zu viel Verkehr“, sagte Posch. Erste Bestrebungen für eine Umgehung habe es bereits in den 1990er- Jahren gegeben. Allerdings gebe es kein großes Straßenbauprojekt, das keine lange Planungsgeschichte hat, sagte Posch: „So etwas ist immer ein langer, steiniger Weg.“

Das wird die Rückenansicht: Die Unterschriften der Unterstützer werden auf die T-Shirts gedruckt. Unterschrieben haben: Dieter Posch (FDP), Helmut Heiderich (CDU), Rainer Bomba, Landrat Stefan Reuß (SPD)Landtagsabgeordneter Lothar Quanz (SPD), Burkhardt Vieth, Präsident von Hessen Mobil, Martin Weber vom hessichen Verkehrsministerium, Jürgen Herwig (SPD), Bürgermeister Hessisch Lichtenau und Harald Schädler (SPD) für die Gemeinde Meinhard . Foto: privat

Auch Appel war vor zwölf Jahren klar, das es nicht von jetzt auf gleich klappen würde. „Im Durchschnitt dauert es bei so einem Projekt etwa 15 Jahre von den ersten Gesprächen bis zur Realisierung“, sagt er. Wenn – wie Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesverkehrsministerium beim Spatenstich sagte – die Arbeiten tatsächlich bis Herbst 2015 abgeschlossen werden, dann liegt die Ortsumfahrung tatsächlich im Durchschnitt – mal abgesehen von den Plänen aus dem Jahr 1937, in denen fast die selbe Umgehung vorgesehen war.

Tag für Tag donnern bis zu 640 Lastwagen durch die 900-Seelengemeinde, vorbei am Haus von Appel. Wenn die Südumgehung fertiggestellt ist, dann wird es schlagartig ruhiger und „es wird wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten für den Ortskern geben“, sagte Posch. Seit 2010 gab es bereits Baurecht, allerdings haperte es an der Finanzierung.

Deshalb holte vergangenes Jahr der heimische Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich (CDU) noch Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, mit ins Boot. Gemeinsam haben sie das Projekt vorangetrieben - und Ende 2012 feierlich die zusage überreicht.

Die Bürgerinitiative will die vielen Unterstützer auf dem langen Weg nicht vergessen: Appel sammelte deshalb von der beim Spatenstich anwesenden Politprominenz die Unterschriften. „Die drucken wir hinten auf unsere T-Shirts“, sagte er. Und die trägt die BI dann bei der Verkehrsfreigabe.

Von Diana Rissmann

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