Harter Kurs statt Konkurs

ÜWG Meinhard geht mit Fünf-Punkte-Sparprogramm in den Wahlkampf

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Gemeinsam die Finanzen der Gemeinde Meinhard wieder auf Kurs bringen: Das ist das Ziel der ÜWG Meinhard. 

Schwebda. Keine leeren Wahlversprechen, das ist das einzige Versprechen das die ÜWG Meinhard in diesem Wahlkampf geben will. „Kurs statt Konkurs“ lautet deshalb das Motto der Wählergemeinschaft. Auch wenn das bedeute unangenehme Wahrheiten anzusprechen, denn um die Finanzen der Gemeinde, die bereits das dritte Jahr in Folge den Schutzschirmvertrag mit dem Land Hessen nicht einhalten konnte, stehe es gar nicht gut, betont ÜWG-Vorsitzender Rolf Eyrich.

Erst in der vergangenen Woche hatte die ÜWG mit einem Wahlflyer – in dem sie den maroden Kindergarten in Schwebda infrage stellte – für Wirbel gesorgt. „Wir haben aber auch positive Rückmeldungen bekommen, denn die Leute verstehen, dass jetzt was passieren muss“, sagt Eyrich. Das Schlimmste wäre, wenn Meinhard vom Regierungspräsidium unter Zwangsverwaltung gestellt würde. Um das zu verhindern, hat die ÜWG ein Fünf-Punkte-Sparprogramm erarbeitet, mit dem sie in den Wahlkampf geht:

1.Kindergarten in Schwebda schließen: Die Kita Schwebda sei die teuerste Kita im ganzen Werra-Meißner-Kreis und zudem stark sanierungsbedürftig. „Wir wollen ein familienfreundliches Meinhard und deshalb die Qualität an den beiden anderen Kita-Standorten stärken“, sagt Eyrich. Dort würden auch die Erzieherinnen der Schwebdaer Kita weiterbeschäftigt, was ein großer Vorteil für die Kinder wäre, fügt Friedericke Gruß hinzu.

2.Ausstieg aus dem Tourismus Zweckverband Eschwege-Meinhard: Das ist das Thema auf dem neuesten Wahlflyer der ÜWG, die die teure Mitgliedschaft – rund 60 000 Euro im Jahr – in keinem Verhältnis zum Nutzen für den Tourismus in Meinhard sieht. „Wir sind ja auch noch in zwei weitere Verbänden, die zudem viel günstiger sind“, sagt Eyrich. Die ÜWG hält eine touristische Vermarktung auf jeden Fall für sinnvoll, aber eben mit Weitblick, heißt es auf dem Flyer.

3.Die Jugendpflegerstelle streichen: Zwar sei die halbe Stelle des Jugendpflegers mit Kosten von 35 000 Euro im Jahr derzeit vakant, aber der Vertrag mit der Awo bestehe noch. Den will die ÜWG aufkündigen. „Die Jugendlichen vermissen den Jugendpfleger auch nicht“, betont Alina Brill. Die Ortsvorsteher und Vereine vor Ort hätten ein Auge auf die Jugendräume, sagt die 22-Jährige: „Derzeit fühlen sich die Jugendlichen sogar besser betreut als vorher.“

4.Kein weiteres Gutachten für den Werratalsee: Eine teure Rettung des Werratalsees ist mit der ÜWG nicht zu machen. „Dafür haben wir einfach keinen finanziellen Spielraum“, sagt Eyrich. Zudem sei trotz der vielen teuren Gutachten nicht geklärt, warum die Wasserqualität des Sees in den vergangenen Jahren so schlecht geworden sei. Die ÜWG hat da die Wasserstandsveränderung zugunsten der Segelregatta in Verdacht.

5.Keine Erweiterung des Gewerbegebietes Grebendorf: „Das ist ein Luxus, den wir uns nicht leisten können“, sagt Eyrich. Allein die Planfeststellung für die Erweiterung kostet 25 000 Euro und dabei gebe es noch nicht einmal verbindliche Interessenten für ein Gewerbegrundstück.

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