Heimatalm will dauerhaft ans Ostufer des Werratalsees

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Alpenglühen am Werratalsee: Die Heimatalm am Nordufer des Werratalsees. 

Schwebda. Der Betreiber der Heimatalm, Christian Mehler, will sich ganzjährig mit seiner Event-Gastronomie am Werratalsee niederlassen. Das Blockhaus mit einer Grundfläche von 200 Quadratmetern und großer Außenterrasse stand während des vergangenen Sommers am Nordufer. Jetzt will Mehler an das Ostufer bei Schwebda ziehen, und zwar dauerhaft.

Anfrage an Gemeinde gerichtet

Eine entsprechende Anfrage hat er an die Gemeinde Meinhard adressiert und avisiert, dass er dann seinen Firmensitz nach Meinhard verlegen würde. Mehler wollte die Heimatalm bereits zur diesjährigen Sommersaison am Ostufer stehen haben. Das scheiterte aber daran, dass dort ursprünglich das Sommer Klassik-Open-Air„Nabucco“ stattfinden sollte, das dann kurzfristig vom Veranstalter abgesagt wurde.

Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill steht den Plänen Mehlers positiv gegenüber. „Wir sollten so einen großen Investor nicht vor den Kopf stoßen.“

Anrainer wehren sich gegen Pläne 

Deutlich skeptischer sieht das vor allem Rainer Klippert, der am Ostufer das Werratalsee-Naturcamp Meinhard betreibt und außerdem Parkplatz und Badestelle von der Gemeinde gepachtet hat und die Flächen mit viel Engagement pflegt. „Das ist für mich bedrohlich“, sagt Klippert. Nach einem Gespräch mit dem Gemeindevorstand am Montagabend ist Klippert zumindest froh, dass die Entscheidung für das Hütten-Gaudi-Unternehmen nicht schon gefallen ist. „Solche Events beeinträchtigen mich und meine Gäste sehr“, sagt Klippert, der seit sieben Jahren mit seinem Naturcampingplatz auf Familien, Ruhe und Urlaub am Lagerfeuer setzt.

Ausflugsschiffahrt sieht keine Synergien 

Auch die Familie Bretschneider, die unter anderem das Ausflugsschiff Werranixe betreibt, das am Ostufer stationiert ist, kann in dem Projekt keinerlei Vorteile und Synergien entdecken. „Die Gäste, die sich schon drei Stunden auf der Alm zugeschüttet haben und dann auf dem Schiff Party machen wollen, brauch ich nicht“, sagt Tobias Bretschneider deutlich.

Eschwege hat mit Nordufer andere Pläne

Das Nordufer des Werratalsees ist für Mehler keine Alternative, weil die Stadt Eschwege für den Standort andere Pläne verfolgt. „Die Heimatalm war ein Versuchsballon, wie so was angenommen wird“, sagt Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad. „Aber wir müssen an die touristische Weiterentwicklung denken, und dafür wäre die Heimatalm zu kurz gesprungen“, sagt er. 

Südeichsfeld will Alm auf Katharinenberg behalten

Die Gemeinde Südeichsfeld hingegen bietet Mehler auf dem Katharinenberg, wo die Alm im Winter stand und jetzt auch wieder aufgebaut wird, einen dauerhaften Standort an und ist dabei, auch baurechtlich alle Voraussetzungen dafür zu schaffen. „Wir unterstützen das sehr intensiv“, sagt Bürgermeister Andreas Henning. Mehler prüft alle Alternativen, sagt aber: „Der Werratalsee ist der schönste Standort.“

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