Ein Vorbild für starke Frauen

Hessischer Verdienstorden für Geschäftsfrau Ute Hammel-Feith

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Hessischer Verdienstorden für Ute Hammel-Feith verliehen durch Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (rechts) mit Alexander Heppe und Anton Dieter Hammel (links).

Schwebda – Aus den Händen von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat Ute Hammel-Feith (75), ehemalige Geschäftsführerin der Mitteldeutschen Simonsbrot-Fabrik in Niederhone, den Hessischen Verdienstorden am Bande in Empfang genommen.

Es ist die höchste Auszeichnung, die das Land Hessen vergeben kann.

Fast entschuldigend bemerkte die Justizministerin, dass es so lange gedauert habe, bis Ute Hammel-Feith mit dieser Auszeichnung bedacht wurde. „Als Sie hauptsächlich gewirkt haben, war es noch nicht besonders in Mode, Frauen auszuzeichnen“, bemerkte Kühne-Hörmann.

Die Kauffrau Ute Hammel-Feith, war von 1983 bis 1997 Geschäftsführerin und persönlich haftende Gesellschafterin des mittelständischen Unternehmens mit rund 600 Arbeitsplätzen in dem Eschweger Stadtteil. In den 1960er-Jahren war die Geehrte nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau in die Simonsbrotfabrik eingestiegen und erlebte die Aufbaujahre mit. Ab 1983 übernahm sie Verantwortung in Niederhone und das Geschäft mit damals 450 Mitarbeitern 1983 komplett. Das Unternehmen aus Niederhone war mit elf eigenen Vertriebsniederlassungen Marktführer für Vollkorn- und Spezialbrote, die in Supermärkten verkauft wurden. Neben Broten wurden auch Kuchen, Tortenböden und Stollen in Niederhone gebacken.

In den 1990er-Jahren wurde das Geschäftsfeld ausgeweitet. Die Achimser Simonsbrotfabrik und die Batscheider Knäckebrot-Fabrik kamen dazu. Ute Hammel-Feith war Inhaberin der Lieken Batscheider Mühlen und Backbetriebe und führte bis 1997 den Konzern mit 2000 Mitarbeitern und 30 Vertriebsniederlassungen. 43 verschiedene Brotsorten wurden unter ihrer Regie produziert – 150 Tonnen pro Tag.

Kühne-Hörmann lobte besonders das Geschick der Ausgezeichneten für Finanzen und Personal. Sie habe in die Ausbildung investiert. „Das war schon damals ein Engagement für die Region mit Weitblick.“ Beruflich wie ehrenamtlich habe Ute Hammel-Feith Maßstäbe gesetzt.

Als Rotary-Dame setzte sie sich schon früh für den Kampf gegen Kinderlähmung ein. Mit dem Verein Lichtenau e.V. organisierte sie orthopädische Operationen für Kinder aus armen Ländern. Für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) veranstaltete sie Typisierungsaktionen. Außerdem entwickelte sie Aktivitäten für den Denkmalschutz. Quasi nebenbei hat sie noch zwei Bücher über Vollkornbrot und Vollwertkost geschrieben. Kurzum: „Sie sind ein Vorbild für starke und selbstbewusste Frauen“, sagte die Staatsministerin und hob besonders die Bescheidenheit der Geehrten hervor. Sie habe in den 55 Jahren, in denen sie mit ihrem Mann Anton Dieter Hammel zusammen ist, ihm immer wieder die Auftritte überlassen und stark im Hintergrund gewirkt.

Hessischer Verdienstorden

Mit dem Hessischen Verdienstorden werden hervorragende Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung gewürdigt. Den Hessischen Verdienstorden gibt es in zwei Stufen, als Verdienstorden und als Verdienstorden am Bande. Wegen des hohen Rangs der Auszeichnung ist die Zahl der Ordensinhaber und der jährlichen Verleihungen begrenzt. Maximal 2000 Menschen in Hessen sind gleichzeitig Träger der Auszeichnung. Frauen tragen das Ordenskreuz an einer besonderen Bandschleife unterhalb der linken Schulter.

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