Schloss Wolfsbrunnen: Gruseldinner erweckt Frankesteins Monster zum Leben

Tohuwabohu in Ingolstadt: Ein Monster läuft frei herum, nun müssen sich im Gruseldinner Doktor Frankenstein (Eric Haug, links) und Eigor (Christoph Kühne, Zweiter von links) auf die Suche begeben. Die Zuschauer als Polizisten helfen mit. Fotos: Weber

Schwebda. In Ingolstadt ereignet sich gar Grausiges. Da setzt der Arzt und Forscher Viktor Frankenstein aus Leichenteilen ein neues Wesen zusammen, das sich jedoch als nicht allzu gesellschaftsfähig herausstellen soll. Für einen Abend lag Ingolstadt in Schwebda, genauer gesagt auf Schloss Wolfsbrunnen, wo eine Adaption vom Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ das gruselige Dinner umrahmte.

Mit dem Roman verpasste die englische Autorin in ihrer Zeit der fortschrittsgläubigen Gesellschaft einen Dämpfer. Darf man alles tun, was möglich ist? Immer noch eine aktuelle Frage. Doch das fünfköpfige Ensemble sorgte mit seiner Adaption vor allem dafür, dass der Spaß keinen Dämpfer erhielt. „Wo ist das Hirn?“, fragte Frankenstein nach der entscheidenden Zutat für sein Experiment. Sein trotteliger Assistent Eigor sah sich mit glitzernden Augen und geschärfter Axt unter den Gästen um. „Sind ja heute Abend jede Menge Hirne hier!“ Doch am Ende musste der Koch dran glauben für das benötigte Denkorgan - um das Wesen damit zum Leben erwecken zu können. Mit dem Nachteil allerdings, dass der wiederbelebte Leichnam des verblichenen Professors Waldheim nun auf den geistigen Horizont des Kochs reduziert war.

Zum Glück war in der Küche so viel Personal zurückgeblieben, dass den Gästen zum Hauptgang das Filet vom untoten Schwein im Wirsingmantel auf Giftpilz-Rahmsauce noch aufgetragen werden konnte. Nach guter Tradition des Dinner-Theaters durfte auch das Publikum in kleinen Rollen mitwirken. Diese wurden durch die entsprechenden Hüte gekennzeichnet.

So hieß es für „Bürgermeister August von Horch“ drei Mal: Zylinder auf, Rede raus - nur um dann doch wieder vom aufgeregten Assistenten des Doktors, Eigor, unterbrochen zu werden. Denn neben dem beschränkten Monster, dass sich selbstständig gemacht hatte, gab es noch andere Katastrophen zu bewältigen, wie die Heiratspläne der überkandidelten Verlobten oder heimlich ausgetrunkene Elixiere mit unvorhersehbarer Wirkung durch das Personal im Frankenstein’schen Haushalt. Damit war das Chaos perfekt und gipfelte in einer wilden Verfolgungsjagd, bewaffnet mit Revolver und Axt, rund um die Tische. Zu diesen erhielten die Dorfpolizisten Eduard Tappert und Horst Zimmermann ihre Auftritte.

Beim Dessert, Frau Blüchers ausgezeichnetem Mohneis-Parfait an Gewürzorangen, konnten die erhitzten Gemüter schließlich wieder gekühlt werden. Ein gelungener Abend mit vergnüglichem Schaudern.

Gruseldinner auf Schloss Wolfsbrunnen in Schwebda

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