Jäger im Kreis regulieren Tierbestand – Kein Festtagsbraten für Senioren

Jäger regulieren im Herbst Tierbestand - Angebot an frischem Wildfleisch

Beliebt im Winter: Wildschweinrippchen von Tieren aus heimischen Wäldern.
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Beliebt im Winter: Wildschweinrippchen von Tieren aus heimischen Wäldern.

Jestädt – In den Herzen der heimischen Jäger schlagen zurzeit zwei Herzen. Einerseits müssen sie ihre Aufgabe der Regulierung des Wildbestandes nachkommen. Auf der anderen Seite ist die Jägerschaft aufgrund von Corona vielen Entbehrungen ausgesetzt.

Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege, gibt zu verstehen, dass es das Bestreben sein muss, die Bestände des Rehwildes auf ein vorgegebenes Ziel zu begrenzen, um Schäden an heranwachsenden Bäumen im Wald auf ein vertretbares Maß zu reduzieren: „Bei den Wildschweinen, sprich Schwarzwild, muss der Massenvermehrung entgegengewirkt werden, um mögliche Beeinträchtigungen im Bereich der Landwirtschaft zu vermeiden.“ Die seit geraumer Zeit gleichzeitig in benachbarten Revieren organisierten Jagden hätten sich bewährt. „An nur einem Jagdtag ist ein Großteil des erforderlichen Abschusses möglich.“ Ebenfalls wichtig: Es sollte für die Tiere der Dauerstress vermieden werden, und die Jagdleiter müssen bei den Gesellschaftsjagden genau auf die Abschussfreigabe achten, um jegliche Übernutzung zu verhindern. „Kein verantwortungsvoller und waidgerechter Jäger wird auf eine alte Bache ansetzen, da gerade die erfahrenen weiblichen Wildschweine Garant für die Aufrechterhaltung der intakten Sozialstruktur in den Rotten sind“, liefert der Jagdvereinschef den Grund für die Bejagung der jüngeren Tiere oder die des mittleren Alters. Gerade von Oktober bis Ende Januar ist die Hauptjagdzeit, die verbunden ist mit den reichhaltigen Angeboten von frischem Wildfleisch. Das erlegte Wild werde nach den Vorschriften der Fleischhygiene noch im Wald behandelt und schnell dem entsprechenden Wildhandel oder dem Endverbraucher zugeführt. Wildfleisch sei anerkannt kalorien- und fettarm sowie auf der anderen Seite mineralstoff- und vitaminreich und demzufolge schmackhafter als das Fleisch von gemästeten Haustieren oder gar gegenüber importierter Ware aus dem Ausland.

Seit vielen Jahren pflegt der Jagdverein Hubertus indes eine Tradition, die wegen Corona in diesem Jahr nicht fortgesetzt werden kann: „Wir bescheren jedes Jahr ein Seniorenheim im Kreis, laden die betagten Menschen an Weihnachten zu einem Festtagsbraten ein. Leider müssen wir diesmal von dieser Geste in diesem Jahr absehen, aber ich verspreche schon jetzt, dass wir 2021 einem Seniorenheim wieder einen Rehbraten liefern werden“, sagt Rainer Stelzner. Auch die traditionelle Hubertus-Messe wurde ebenso abgesagt, wie die Jahreshauptversammlung mit Ehrungen für verdiente Mitglieder.  ht

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