Der Jugendraum wird in Motzenrode aufgemotzt

Relikt aus den späten 1970ern: Der Jugendraum Motzenrode soll 2019 renoviert werden, worauf Annika Hose und Jana Pöppel (13) sowie Thizian Dietrich (12) vehement hoffen. Foto: Stefanie SAlzmann Es ist wirklich sehr trist hier.

Der Jugendraum in Motzenrode soll noch in diesem Jahr umgebaut, renoviert und energetisch saniert werden.

Darauf hat sich der Ortsbeirat des Meinharder Ortsteiles jetzt verständigt, im Gemeindehaushalt sind dafür 10 000 Euro eingestellt.

Der Schritt ist längst überfällig, denn der Jugendraum hat eine Überarbeitung bitter nötig. Eine graue verwitterte Betontreppe führt auf der Rückseite des Dorfgemeinschaftshauses ins Kellergeschoss, wo der muffige Geruch aus Keller, modrigen Möbeln und Partys der vergangenen 40 Jahre aufeinandertreffen – ebenso wie der Staub, der aus Sofas aufwirbelt, die zirka 1970 mal die Zierde eines deutschen Wohnzimmers waren. Die holzverkleideten Wände versuchen mit braunen Fliesen und grünlichen Strickkissen mit rosa Blüten zu harmonisieren.

„Wir haben beschlossen, alles außer Strom, Wasser und Fenster in Eigenleistung zu erledigen“, sagt Annika Hose (22), Mitglied des Ortsbeirates. Mit „wir“ meint sie ehrenamtliche Helfer aus dem Ort, die Jugendlichen und deren Eltern.

Start für die Sanierung soll noch im Sommer sein. Bis dahin, so hofft Annika Hose, soll der Projektantrag aus sogenannten Ikek-Mitteln durch sein.

Jana Pöppel (13) und Thizian Dietrich (12) freuen sich auf den neuen Jugendraum. „Es wäre toll, wenn wir einen Ort haben, an dem wir uns treffen können“, sagt die 13-Jährige. Bisher fände sich die Dorfjugend eigentlich nur zu Festen zusammen. Der Jugendraum bisher hat wenig Attraktivität für die Jugendlichen. „Das letzte Mal, dass er richtig genutzt wurde, war in der vor-vorigen Generation“, weiß Annika Hose, weil sie ihr selbst angehört und außerdem Vorstand für den Jugendraum ist. „Es ist wirklich sehr trist hier“, findet auch Thizian.

Deshalb haben sich Ortsbeirat und Jugendliche Gedanken gemacht: Eine kleine Küche soll entstehen, der Raum soll hell und gemütlich werden. Da in den Mitteln aus dem Ikek-Programm keine Finanzierung der Möbel inbegriffen ist, will man im Ort sehen, was die Leute abzugeben haben. Die alten Möbel wollen sie versuchen, zu verkaufen, gelingt das nicht, kommen sie auf den Müll.

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