Nicht mehr wegzudenken

Kochsberg: Sebastian Senf und Patrick Eberhardt von Beginn dabei

Seit zehn Jahren anerkannte Stützen im Team: Sebastian Senf (links) und Patrick Eberhardt vom Hotel Kochsberg. Foto: Lars Winter/NH

Seit zehn Jahren betreibt die Werraland-Beschäftigungsgesellschaft (WeBeG) das Hotel Kochsberg – erst als Pächter, seit 2017 als Eigentümer. Zwei Mitarbeiter der ersten Stunde sind Sebastian Senf und Patrick Eberhardt. Beide haben ein Handicap, beide sind von Kochsberg nicht mehr wegzudenken.

„Die erste Feier auf Kochsberg unter unserer Regie fand am 10. Januar 2010 statt – da war Sebastian bereits dabei“, sagt Veronika Küllmer, Hotelleiterin des Drei-Sterne--Hauses oberhalb Grebendorfs. Der als Integrationshotel geführte Gastronomiebetrieb beschäftigt Menschen mit und ohne Handicap. „Das macht uns als Team so besonders, denn Rücksichtnahme und Unterstützung sind bei uns keine leeren Worthülsen“, sagt Küllmer.

Ein Grund, warum sich Sebastian Senf und Patrick Eberhardt seit Jahren so wohlfühlen in ihrem Job. „Wir möchten nichts anderes machen, das ist hier unser Traumberuf“, sagt Patrick Eberhardt. Der tägliche Kontakt mit verschiedensten Menschen, der Austausch mit Gästen und das Miteinander mit den Kollegen – all das mache ihre Arbeit so interessant und abwechslungsreich.

Dass die Arbeit auf Kochsberg oft anstrengend ist, stört die beiden nicht. „Die Weihnachtsfeiertage und Silvester steckten mir schon ein paar Tage in den Knochen danach, aber wenn es im Team gut läuft und die Gäste sich mit einem Lächeln verabschieden, nimmt man den Stress gar nicht so wahr“, sagt der 30-jährige Sebastian.

Er, als auch der 34-jährige Patrick Eberhardt, haben ihre berufliche Entwicklung im Berufsbildungsbereich, dem Ausbildungsbereich des Sozialunternehmens Werraland, begonnen. Nach Praktika auf Kochsberg stand vor zehn Jahren ihr Berufswunsch fest. Mittlerweile ist Sebastian Senf bereits seit einigen Jahren sozialversicherungspflichtig in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis bei der WeBeG beschäftigt „Das bedeutet mir als Mensch mit Handicap sehr viel und darauf bin ich sehr stolz, dass ich das erreicht habe“, sagt Senf. Patrick Eberhardt hat einen sogenannten BIB-Platz, eine Betriebsintegrierte Beschäftigung.

Auch WeBeG-Geschäftsführer Gerd Hoßbach hat nur lobende Worte für „seine Jungs“, wie er Sebastian und Patrick nennt, übrig. „Ich begleite und fördere die beiden seit vielen Jahren. Es freut mich immer wieder sehr, zu sehen, wie toll sie sich entwickelt haben. Mit ihrem Einsatz, aber vor allem ihrer unglaublich angenehmen Art, bereichern sie unseren Betrieb enorm“, sagt Hoßbach.

Hoßbach gibt zu, dass die Führung eines solchen Gastronomiebetriebes sehr anspruchsvoll sei. „Aber wir sind auch ein Leuchtturmprojekt für Inklusion – Sebastian und Patrick sind dafür die Paradebeispiele“, sagt Hoßbach.

Vor allem sind die beiden Teamplayer, Gemeinschaftssinn kommt bei ihnen vor Egoismus. Demensprechend äußern sie sich auch zu ihren beruflichen Zukunftswünschen: „Eigentlich wünsche wir uns nur, dass alles so bleibt. Wir möglichst alle Gäste begeistern uns unser Haus einen sehr guten Ruf hat.“ Zurückhaltung, Bescheidenheit und Höflichkeit: Grundtugenden der Gastronomie, die Sebastian Senf und Patrick Eberhardt seit nunmehr zehn Jahren vorleben.

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