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Der Komponist Ernst Bechert betreut ein Jugendsinfonieorchester im Kongo

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Von: Stefanie Salzmann

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Kein Sinfonieorchester ohne Geigen: Der kongolesische Musiker Randy (links) unterrichtet die Kinder und Jugendlichen des Jugendsinfonieorchesters in einer Berufsschule in Brazzaville.
Kein Sinfonieorchester ohne Geigen: Der kongolesische Musiker Randy (links) unterrichtet die Kinder und Jugendlichen des Jugendsinfonieorchesters in einer Berufsschule in Brazzaville. © Ernst Bechert

Ernst Bechert aus Grebendorf baut seit 2018 mit dem Musiker, Pfarrer und Freund Josias N´Gahata im kongolesischen Brazzaville ein Jugendsinfonierorchester auf.

Grebendorf/ Brazzaville – Gut 9000 Kilometer ist Brazzaville – die Hauptstadt der Republik Kongo – entfernt und dennoch ein Ort, zu dem der zum Teil in Grebendorf lebende Theater-Komponist Ernst Bechert seit vier Jahren ein bis zweimal im Jahr aufbricht.

In den nächsten Tagen wird Bechert wieder anreisen – im Gepäck acht Geigen, ein Cello sowie je eine Posaune, eine Klarinette und ein Saxofon. Denn Instrumente sind in den westafrikanischen Land Mangelware. In seinen jeweils vierwöchigen Aufenthalten in der 1,5-Millionen-Metropole unterrricht Bechert rein ehrenamtlich Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 Jahren an verschiedenen Instrumenten und bildet erwachsene Musiker im Unterrichten aus.

Schnell hatten sich 2018 über das Netzwerk des Geistlichen Josias um die 60 Kinder aus Brazzaville gefunden, die begeistert der Idee des Orchesters folgten, und auf gespendeten Instrumenten musizierten. Die Idee gekommen war allerdings dem deutschen Botschafter, dessen Sohn Josias im Klavierspielen unterrichtete. Der Botschafter unterstütze das Vorhaben, indem er mit dafür sorgte, dass sich der Senior-Experten-Service des Bundes (SES) des Projektes annahm und es bis heute maßgeblich finanziert. Der SES ist eine Organisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand. „Musik kam da bisher nicht vor“, sagt Bechert, der einen der erste Musiker war, die in die Kartei der SES aufgenommen wurden.

Vierhändig spielen Ernst Bechert und die sechsjährige Asnath ein Übungsstück am Klavier.
Vierhändig spielen Ernst Bechert und die sechsjährige Asnath ein Übungsstück am Klavier. © Privat

Seine erste Reise führte ihn im März 2018 nach Brazzaville, vier Wochen später gab es das erste Abschlusskonzert des jungen Orchesters im „Institut francaise“. „Der Saal war knackevoll“, erzählt Bechert. Die Kinder und Jugendlichen aus allen Schichten der Gesellschaft waren noch lange nicht perfekt, aber voller Enthusiasmus – sie spielten Klassik, aber auch kongolesische Hits, Volksmusik und Kinderlieder.

„Inzwischen haben alle ziemliche Fortschritte gemacht“, weiß der Komponist. Bach, Händel, Nabuccos Gefangenenchor, Carmina Burana und – ganz wichtig – sämtliche Nationalhymnen alle involvierten Staaten haben sie im Repertoire.

Woran es nach wie vor fehlt, sind ausreichend Instrumente. Dabei sind Bechert und seine Kollegen aus Deutschland und dem Kongo auf Instrumenten-Spenden angewiesen. Kürzlich hat die Stadt Dresden eine Oboe gespendet. „Leider haben wir noch niemanden, der sie auch unterrichten kann“, sagt Bechert. (Stefanie Salzmann)

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