Martin Schäfer und Olaf Mill begeisterten mit ihrer Komödie „Testament à la carte“

Krimi-Dinner zum Mitmachen auf Schloss Wolfsbrunnen

Publikum spielt mit: Auf Zettelchen bekam jeder Dinnergast persönliche Regieanweisungen. Einige Gäste hatten, wie dieser Polizist (Bild links), einen Bühnenauftritt. Improvisationsküstler Olaf Mill (sitzend) band das Publikum ins Spiel mit ein. Fotos: Weber

Schwebda. Selten gab es so viel zu lachen wie bei dieser Testamentsverlesung. Nach dem Tod des ehrenwerten Professors William Chattney versammelte sich eine illustre Runde von bekannten Persönlichkeiten zur Verkündung seines letzten Willens. Und dann nahm das Chaos seinen Lauf, auf dem Landsitz des exzentrischen Verblichenen - alias Schloss Wolfsbrunnen.

Die Schauspieler und Improvisationskünstler Martin Schäfer und Olaf Mill empfingen das Publikum zum Kriminaldinner „Testament à la carte“ im Bankettsaal des Schlosses in Schwebda. Begrüßt wurde jeder Gast persönlich, denn zusätzlich zur Begleitung zum Tisch gab es auch einen Satz Zettelchen mit Regieanweisungen. Denn bei diesem Kriminalstück war die aktive Mitwirkung gefragt - und das nicht allein beim leckeren Drei-Gänge-Menü, das die Schlossküche auftischte.

Jeder Gast schlüpfte in eine Rolle und bekam seinen Einsatz im Stück genannt. Dann nahmen die Schauspieler die Gäste mit auf ihre irrwitzige Reise durch die Abgründe des Lebens des guten alten Bekannten, die nach und nach aufgedeckt wurden. Zunächst wurde gemeinsam durch Zuruf eine Biografie des Professors erarbeitet. Und ganz entgegen dem Klischee vom zurückhaltenden Temperament der Nordhessen entpuppte sich das Publikum als witzig und enorm spielfreudig.

Nach dem Forschungsgebiet des Professors gefragt, einigten sich die Dinnergäste schnell auf das pikante Feld der Erotik. Und als die Frage hieß, wie starb der Professor denn?, kam sofort der Zuruf „bei der Arbeit“. Seine Lieblingsspeise war sodann Fettenbrot und Ahle Wurscht. Diese Stichworte hieß es für die Darsteller ins Stück mit aufzunehmen - und sie taten es gekonnt. Als Detective Johnson (Mill) vom FB-Ei auftrat, um den Verdacht eines Verbrechens aufzudecken, sagt er mit stark amerikanischem Akzent. „Ahle (alte) Wurscht kennen wir sogar bei uns in den USA - doch bei uns schmeißen wir sie weg ...“

Schließlich wurden „Zeugenaussagen“ gesammelt. Jeder Gast sollte einen Spruch auf einen Zettel schreiben. Diese wurden nun zufällig gezogen und mit eingebaut. Und so stand auf einem Grabstein die Inschrift: „Junge, lass die Kartoffeln liegen - iss nur das Fleisch.“ Bei so viel Kreativität ihres Publikums konnten sich sogar die Darsteller das Grinsen nicht verkneifen. Zwischen den Akten wurde dann aufs Köstlichste getafelt.

Das Kriminal-Dinner begeisterte mit herrlichem Klamauk und gutem Esen.

Von Kristin Weber

Krimi-Dinner in Schwebda

Krimi-Dinner in Schwebda

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