Die Krötenwanderung hat begonnen – Autofahrer sollen Rücksicht auf die Tiere nehmen

Im Shuttle zum Laichplatz: Anfang der Woche haben Naturschützer bei Grebendorf innerhalb einer Stunde 150 Kröten aufgesammelt und in Eimern über die K3 getragen. Foto: Heike Matthies/ nh

Deutlich früher als in den vergangenen Jahren hat die Krötenwanderung begonnen. Die Autofahrer sollen Rücksicht auf die Tiere nehmen.

In der regnerischen Sturmnacht zum vorigen Montag haben die Naturschutzaktivisten bereits 150 Tiere auf der K 3 zwischen Grebendorf und Jestädt innerhalb einer Stunde eingesammelt und sicher über die Straße gebracht, berichtet die Grebendorferin Heike Matthies vom BUND. Normalerweise setze die Amphibienwanderung erst im März ein. „Dieses Jahr ist es total früh, weil das Wetter so mild ist“, sagt Heike Matthies.

Deshalb müssen Autofahrer ab sofort auch damit rechnen, dass in den kommenden Wochen, abhängig von der Wetterlage, die Straße zwischen Grebendorf und Jestädt ab 18.30 Uhr bis zum nächsten Morgen gesperrt sein wird. „Wir werden aber nicht grundsätzlich jede Nacht sperren, sondern uns nach der Wetterlage richten“, sagt Bürgermeister Gerhold Brill. Werde es in den nächsten Tagen einen Kälteeinbruch geben, werde erst mal nicht gesperrt.

Brill bittet die Autofahrer um Rücksichtnahme und Verständnis, dass nicht am Block gesperrt werde. „Kröten und Molche sind eben typische Last-Minute-Reisende, deren Entscheidung zum Wandern nur schwer vorherzusagen ist.“

Erst seit vorigem Jahr wird die Straße wegen der Krötenwanderung im Frühjahr gesperrt. Dafür hat auch der Landkreis Mittel bewilligt und bezuschusst die Arbeitsleistung der Gemeindearbeiter, die die Sperrung vornehmen. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Heike Matthies. Auch die Gemeinde sei sehr kooperativ. Als weniger verständnisvoll nimmt sie die Autofahrer wahr, die immer bis direkt an die Schranke ranfahren und dabei schon einige Tiere plattfahren.

Auch zwischen Aue und Wanfried hat die Wanderung der Kröten begonnen. Hier will Hessen Mobil an der Waldseite der Straße einen mobilen Zaun errichten und Eimer in Vertiefungen stellen, in die die Kröten reinfallen. Die Kröten-Shuttle müssen dann täglich auf die andere Seite gebracht werden.

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