Meinharder ÜWG lässt ihren Parlamentschef  Guido Hasecke fallen

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Guido HaseckeVorsitzender der Gemeindevertretung Meinhard und ÜWG-Mitglied

Guido Hasecke hatte sich ausgerechnet bei der Bürgermeisterwahl in Meinhard 2020 als Kandidat der ÜWG ins Rennen zu gehen. Seine Partei will sich an die Absprachen von 2016 nicht mehr erinnern.

Der Vorsitzende der Meinharder Gemeindevertretung, Guido Hasecke, hat am Donnerstagabend zum Ende der Parlamentssitzung überraschend mitgeteilt, dass er seine Mitgliedschaft in der Fraktion der ÜWG (Überparteiliche Wählergemeinschaft) ab sofort ruhen lässt. In einer emotionalen Rede sagte er zum Schluss: „Es verlangt viel Tapferkeit, sich seinen Feinden in den Weg zu stellen, aber wesentlich mehr noch, sich seinen Freunden in den Weg zu stellen!“

Hintergrund ist offenbar die Tatsache, dass sowohl der amtierende Bürgermeister Gerhold Brill als auch Haseckes eigene ÜWG-Fraktion entgegen anders lautender Absprachen seine angestrebte Kandidatur für die Bürgermeisterwahl in Meinhard im Frühjahr kommenden Jahres nicht unterstützen wollen.

Auf Anfrage der WR im Mai hatte sowohl Brill seine Kandidatur für eine weitere Amtsperiode angekündigt und ÜWG-Fraktionschef Rolf Eyrich hatte mitgeteilt, dass seine Fraktion die Kandidatur Brills unterstütze und bislang keinen eigenen Kandidaten aufstelle.

In einer Whatsapp-Nachricht hatte Eyrich nach der Veröffentlichung in der WR an die ÜWG-Mitglieder geschrieben: „Ich hoffe, dass das heutige WR-Statement von mir in eurem Sinne war.“ Hasecke war bis dato davon ausgegangen, von seiner Fraktion ins Rennen geschickt zu werden.

In einer Fraktionssitzung, die Eyrich kurzfristig für den 19. Juni einberufen hatte, stand das Thema Bürgermeisterwahl auf der Tagesordnung. Erstmals in der Geschichte wurde geheim abgestimmt – über die Frage, ob die Fraktion Haseckes Bürgermeister-Kandidatur stützt. Sieben der neun Anwesenden stimmten gegen Hasecke. Über geheime oder offene Wahl wurde im Vorfeld nicht abgestimmt, das habe Eyrich laut Hasecke einfach festgelegt. „Wir haben diskutiert und uns anschließend mit großer Mehrheit gegen Hasecke ausgesprochen. Das war eine demokratische Mehrheitsentscheidung“, sagte Eyrich am Freitag auf Anfrage. Zu den Gründen gab er keine Angaben.

Auch Gerhold Brill, für den Hasecke bei der letzten Bürgermeisterwahl 2013 nach seinem eigenem Ausscheiden als parteiloser Kandidat aktiv in den Wahlkampf gezogen war, erwähnte nichts von Haseckes Ambitionen. „Ich habe Hasecke Unterstützung zugesagt, wenn er antritt. Aber natürlich nicht, wenn er gegen mich antritt“, sagt Brill am Freitag auf Anfrage. Dass Brill ein weiteres Mal kandidiert, gilt als sicher. 

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