Kunststoffverarbeitendes Unternehmen seit langem in der Krise

Meinhard: Friedola meldet Insolvenz an

Frieda. Friedola aus Meinhard-Frieda steckt seit langem in der Krise, doch jetzt ist es traurige Gewissheit: Das kunststoffverarbeitende Unternehmen will Insolvenz anmeölden.

Bitter für die rund 350 Mitarbeiter, die die Insolvenznachricht zwei Tage vor Weihnachten abends telefonisch mitgeteilt bekommen haben. „Der Insolvenzantrag ist unausweichlich“, sagt Lutz Gaydan von der zuständigen Gewerkschaft IG-Metall. Das auf Saisonprodukte wie Tischdecken, PVC-Beläge und aufblasbare Freizeitprodukte spezialisierte Unternehmen kriselt seit langem, mit der IG-Metall wurde vor einigen Jahren bereits ein Standortsicherungstarifvertrag abgeschlossen.

 2012 hatte sich das Unternehmen frisches Geld auf dem Anleihemarkt besorgt, um damit ein europäisches Vertriebsnetz aufzubauen. „Das war eine große Fehlinvestition, wir sind auf diesen Märkten nicht in die Profitzone gekommen“, sagte Geschäftsführerin Désirée Derin-Holzapfel damals. Denn in Zeiten der Euro-Krise seien die Absätze im europäischen Ausland marginal. Zudem habe die Insolvenz eines Großkunden – die Praktiker Baumärkte – die ohnehin schon schwierige finanzielle Lage bei Friedola weiter anwachsen lassen. Derin Holzapfel hat bis zu letzt um das Familienunternehmen gekämpft: Schon im Oktober hatte Derin-Holzapfel laut dem Finance Magazin den Gläubigern der 13-Millionen-Euro Anleihe ein Rettungskonzept vorgeschlagen. Diese sollten für 2016 und 2017 auf rund 2,2 Millionen Euro Zinsen verzichten.

Auch die Banken sollten demnach einem temporären Tilgungsverzicht zustimmen. Laut Finance wies Friedola im Halbjahresbericht Finanzverbindlichkeiten gegenüber den Banken in Höhe von 6,5 Millionen Euro auf. Zudem hatte Derin-Holzapfel eine private Bürgschaft ausgesprochen. Mit diesem Rettungspaket wollte Derin-Holzapfel die finanzielle Schieflage bis 2018 wieder in den Griff bekommen.

Familienbetrieb seit 1888

Die Firma Friedola Gebrüder Holzapfel GmbH aus Meinhard-Frieda ist ein Ableger eines seit 1888 bestehenden Familienunternehmens, welches von Désirée Derin-Holzapfel in fünfter Generation geführt wird. Bekannt ist der Marktführer vor allem für die PVC-Boden- und Tischbeläge sowie aufblasbare Freizeitprodukte wie Planschbecken, Luftmatratzen und vor allem die bekannten orangefarbenen Schwimmflügel. Zu dem Unternehmen aus Frieda gehört noch die Produktionsstätte in Osterode im Harz. Der Autozulieferer Friedola Tech aus Geismar ist ein unabhängiges Unternehmen und von den Problemen bei Friedola Living nicht betroffen.

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