Zusätzliches Geld für Neubau im Ortsteil Frieda

Meinhard legt für Feuerwehr nach: Parlament bewilligt 200.000 Euro

Feuerwehr im Werden: Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr im Meinharder Ortsteil Frieda befindet sich noch im Rohbau – hier bei einer Besichtigung der Baustelle durch den Gemeindevorstand.
+
Feuerwehr im Werden: Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr im Meinharder Ortsteil Frieda befindet sich noch im Rohbau – hier bei einer Besichtigung der Baustelle durch den Gemeindevorstand.

Schwebda - Einstimmig hat die Meinharder Gemeindevertretung am Donnerstagabend 200 000 Euro zusätzliche Mittel für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Frieda bewilligt.

Diese Summe wurde bereits in den Haushalt 2020 eingestellt, den die Verwaltung ebenfalls in der Sitzung einbrachte. „Heute haben wir gesehen, die Gemeindevertretung steht geschlossen hinter den Feuerwehren und auch hinter Frieda“, sagte der Parlamentsvorsitzende Guido Hasecke zum Schluss der Sitzung.

Zuvor hatte Bürgermeister Gerhold Brill zum Stand des Neubaus berichtet. Der Rohbau steht, eine Firma deckt derzeit bereits das Dach. Weitere Gewerke stehen kurz vor der Vergabe, darunter Tischlerarbeiten für Fenster und Innentüren, den Einbau soll die Feuerwehr in Eigenleistung erbringen.

Gebäude noch vor dem Winter dicht bekommen

Die Metallbauarbeiten zum Einbau der Rolltore und der Außentüren sollen komplett an Firmen vergeben werden. „So hoffen wir, dass wir das Gebäude noch vor dem Winter dicht bekommen“, sagte Brill.

Bereits bei den ersten Planungen für den Neubau 2016 lagen die Kostenkalkulationen bei knapp einer Million Euro. 2017 entschied die Gemeindevertretung, die Baukosten auf 600 000 Euro zu deckeln, obwohl eine Komplettausschreibung aller Gewerke für den Bau ebenfalls eine Summe von mehr als 900 000 Euro ergeben hatte.

Um den Bau zu realisieren, erklärte sich die Friedaer Feuerwehr bereit, 7000 Stunden in Eigenleistung zu erbringen. Nach aktuellem Stand hat sie bereits 1400 Stunden geleistet.

300.000 Euro gespart durch Eigenleistung

Der Antrag, die Mittel für den Feuerwehrneubau jetzt aufzustocken, kam ursprünglich von der FDP-Fraktion. In einer Sitzung des Finanzausschusses einigte man sich auf eine Aufsattelung von 200 000 Euro. „Es war klar, dass die 600 000 Euro nicht reichen werden“, sagte ÜWG-Fraktionschef Rolf Eyrich. Aber die Kommune habe seinerzeit unter dem Schutzschirm gestanden und es sei sinnvoll gewesen, die Kosten zu deckeln und kein „Rundum-Sorglos-Paket“ anzubieten.

„Mit der Eigenleistung der Feuerwehr und den 200 000 Euro haben wir immer noch 300 000 Euro gespart“, so Eyrich.

CDU-Fraktionschef Karsten Degenhardt sagte: „Bei der finanziellen Situation der Gemeinde ist es wichtig, auf Sicht zu fahren. Sich Schritt für Schritt dem Ziel zu nähern, halten wir für den richtigen Weg.“ „Bei einer realistischen Kostenplanung wären die Arbeiten am Bau möglicherweise schon deutlich weiter fortgeschritten“, so Gerhard Pippert. 7000 Stunden Eigenleistung seien schlicht zu hoch angesetzt und für die Feuerwehr nur unter großen Belastungen zu stemmen gewesen.

Feuerwehr Schwebda

Für den ebenfalls geplanten Neubau eines Gerätehauses für die Feuerwehr Schwebda hat sich die Feuerwehrkommission der Gemeinde jetzt auf den künftigen Standort des Baus verständigt: denParkplatz am Ostufer des Meinhardsee.

Haushalt 2020

Nachdem Meinhard 2018/ 2019 nach 14 Jahren defizitärer Haushalte endlich den Ausgleich geschafft hatte, kürzlich den Schutzschirm verlassen konnte, weist der Haushaltsentwurf 2020, den der Bürgermeister am Donnerstag in die Gemeindevertretung einbrachte, wieder ein Minus von einer halben Million Euro auf. „Aber mit sparsamer Haushaltführung und den gebildeten Rücklagen haben wir die Chance, in den kommenden schwierigen Haushaltsjahren die Gemeinde auf solidem finanziellen Kurs zu halten“, sagte Brill.

Als Gründe nannte der Bürgermeister Mindereinnahmen von 1,2 Millionen Euro, die Senkung der Gewerbesteuer und Ausfälle durch das Aussetzen der Kitagebühren während des Lockdowns. Auch Mehrkosten von rund einer halben Million Euro führte Brill an: Dazu gehören Ausgaben für Corona-Maßnahmen, Kreisumlage sowie die 3,5-prozentige Tariferhöhung im öffentlichen Dienst.

Der Haushalt wurde zur Beratung in die Ausschüsse und an die Ortsbeiräte überwiesen und soll im November beschlossen werden. (salz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare