Bürgermeister Hans Giller entschuldigte sich bei den  Vereinen

Meinhard: Vereinseuro wird dringend benötigt

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Meinhard möchte den Vereinseuro einführen.

Grebendorf. Der Infoabend über den Vereinseuro begann mit einer Entschuldigung. „Zuerst einmal möchte ich um Verständnis bitten, dass das Schreiben so spät bei ihnen eingetroffen ist, und dass es teilweise missverständlich formuliert war“, sagte Bürgermeister Hans Giller. Leider ändere das nichts an der Problematik.

Durch den Konsolidierungsvertrag mit dem Land Hessen habe die Gemeinde Meinhard beschlossen, bis zum Jahr 2017 ihren Haushalt auszugleichen, im Gegenzug übernimmt das Land die Schulden. Für das Jahr 2014 muss die Gemeinde Meinhard das vereinbarte Ziel von 491 000 Euro erreichen. „Man sagt uns nicht wie wir das erreichen sollen, wir müssen es nur schaffen“, sagt Giller. Im Haushaltsplan des Jahres 2013 wurde festgelegt, dass die Vereine freiwillig einen Euro pro Mitglied an die Gemeinde zahlen sollen, jedoch geriet dieser Punkt in Vergessenheit, so dass erst Ende des Jahres das Schreiben an die Vereine rausging. Die gemeindeeigenen Räume, Häuser und Sportplätze sorgen pro Jahr für 410 000 Euro Kosten, abzüglich von 70 000 Einnahmen durch Vermietungen würde ein Defizit von 340 000 Euro bleiben.

„Würde jeder Verein für seine Mitglieder einen Euro bezahlen, kämen wir auf 6000 Euro jährlich. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärte Giller. Mit 6000 Euro könne man 20 Prozent der anfallenden Stromkosten für die Gemeindeeigenen Räume zahlen. „Wir wollen die Nutzung der Räume und Häuser nicht kostenpflichtig machen oder gar schließen, aber wir müssen die hohen Kosten verringern“, sagt Giller. Er bat die Vereinsvorsitzenden, die Mitglieder auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Licht, Wasser und Heizung hinzuweisen.

Matthias Mengel, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, hat in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend das Thema zurück in den Ausschuss geholt, um Vorschläge zu beraten. Alle Kosten der einzelnen Dorfgemeinschaftshäuser sollen jetzt detailliert aufgestellt und mit den Ortsvorstehern diskutiert werden. Neben einigen Vereinsvorsitzenden kam auch Gerold Brill, der das Bürgermeisteramt von Hans Giller übernehmen wird, zu Wort: „Der Vereinseuro macht dem Ehrenamt keine Ehre“, sagt Brill. „Ohne Dorfgemeinschaftshäuser geht die Dorfgemeinschaft den Bach runter.“

Von Sonja Berg

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